Ausstellung

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Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein virtueller Fluss, zu dessen Seiten die Überreste des bronzezeitlichen Gewaltkonflikts im Tollensetal ausgestellt sind. Den Waffen auf der einen Seite stehen die verletzten Knochen und die Besitztümer der Opfer auf der anderen Seite gegenüber. In einer Animation werden verschiedene Szenarien des Konfliktes durchgespielt. Über allem steht die Frage: Wer war an dem Konflikt beteiligt, was hat ihn ausgelöst und warum fand er gerade hier statt?

Dazu öffnen archäologische Schlüsselfunde aus Mecklenburg-Vorpommern, die jeweils ein oder mehrere kostbare Objekte aus weit entfernten Regionen enthalten, den Blick in die „bronzezeitliche Welt“:

Das heutige Mecklenburg-Vorpommern war also schon in der älteren Bronzezeit in ein weit reichendes Handels- und Kommunikationsnetz eingebunden. In Kontrast zu diesem scheinbar friedlichen Bild steht der große Gewaltkonflikt im Tollensetal, dem mehrere hundert Menschen zum Opfer fielen Die Schlacht im Tollensetal.

 

Peckatel: Weit gefahren

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Der „Kultwagen“ aus Peckatel bei Schwerin ist das bekannteste archäologische Fundstück Mecklenburg-Vorpommerns. Er ist sichtbares Zeugnis des Wagenbaus. Eigentlich ist der „Kultwagen“ eine Bronzetasse auf Rädern. Während die Tasse aus dem Ostalpenraum stammt, ist das Fahrgestell wahrscheinlich eine einheimische Arbeit.

Der Wagen gehörte zu einer außergewöhnlich reichen Grabausstattung. Zusammen mit Schwert, Messer, Tüllenbeil, Pfeilspitze und Goldring sollte sie den Toten im Jenseits als mächtigen Krieger erscheinen lassen.

Thürkow: Ein Hauch vom Mittelmeer

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In Thürkow bei Teterow trafen Archäologen auf eine außergewöhnliche Bestattung einer 30-40 Jahre alten Frau. Als sie beerdigt wurde, war sie mit einem wollenen Gewand und all ihrem glänzenden Schmuck bekleidet. Das Gesicht aber bedeckte ein feiner Schleier aus Seide, einem unglaublich wertvollen Stoff aus dem östlichen Mittelmeerraum.

Die „Dame von Thürkow“, wie sie die Wissenschaftler nennen, wurde unverbrannt in einem Baumsarg bestattet. Die Toten in den beiden benachbarten Gräbern hatte man dagegen schon auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diese neue Grabsitte setzte sich immer mehr durch. Ob die Gräber mit einem Erdhügel überdeckt waren, wissen wir nicht.

Neustrelitz: Mediterraner Reichtum

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Ein vergrabenes Tongefäß, das 1991 bei Neustrelitz gefunden wurde, bewahrte den Schmuck und die Statussymbole einer bedeutenden Frau. Vielleicht repräsentierte sie in ihrer prächtigen Tracht eine Gemeinschaft oder einen Stamm.

Der einst golden wirkende Bronzeschmuck betrog das Auge ein wenig. Er war aus glänzend polierter Bronze und von heimischen Bronzegießern gefertigt, verfehlte aber nicht seine Wirkung. Die Glasperlen kamen aus dem Mittelmeerraum, vielleicht sogar aus Ägypten, in den Norden.

Güstrow: Schneidendes Prestige

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Ein Schwert allein ist schon ein Prestigeobjekt. Durch eine verzierte Goldauflage des Griffes, wie bei einem nahe Güstrow gefundenen Schwert, wird es zu einer Insignie, einem Zeichen der Macht. Ähnliche Schwerter gibt es im skandinavischen Raum. Dort gehören sie zur Ausstattung der reichsten Gräber.

Crivitz: Würdezeichen Gold

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In der Nähe von Crivitz gelang 2008 eine ganz besondere Entdeckung: Ein Männergrab mit goldenen Beigaben. Seit 100 Jahren hatte man in Mecklenburg-Vorpommern kein so reich ausgestattetes bronzezeitliches Grab gefunden.

Nach seinem Tod um 1300 v. Chr. wurde dort ein mächtiger Mann auf dem Scheiterhaufen verbrannt und mit seinen Würdezeichen zur letzten Ruhe gebettet.
Von seiner Autorität und seinem Reichtum zeugt die Grabausstattung mit Schwert, Messer und fünf Gegenständen aus Gold: ein Blechstreifen, zwei Fingerringe, ein Armring und eine Spiralplattenfibel.

Auch wenn wir nicht wissen, wie sich die Mächtigen damals bezeichneten, können wir vermuten: Es ist das Grab eines Häuptlings.

Promoisel: Mystische Elite

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Ein Goldarmring stammt zusammen mit einem bronzenen Schwert und einem Keramikgefäß aus einem Männergrab unter einem Grabhügel. Der Fundort liegt bei Promoisel im Zentrum der Halbinsel Jasmund auf Rügen, die in  der älteren Bronzezeit dicht besiedelt war.

Gedrehte Armringe aus Gold kommen in der Bronzezeit durchaus vor. Doch nur auf den Inseln Rügen und Bornholm wurde je ein gedrehter Armring aus dem glänzenden Edelmetall mit ganz besonderen Spiralenden gefunden. Ob nur Zier oder weitreichende Symbolik sich hinter den je drei Spiralenden verbirgt, ist unklar. Mit Sicherheit zeigte der Armring, dass man einer Elite angehörte.