1812 - November: Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock

Archivalie des Monats November 2007

Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock, Quelle: LHAS Schwerin, Landeskloster/ Klosteramt Malchow (3.2- 3/2), Sign. 612, 614Details anzeigen
Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock, Quelle: LHAS Schwerin, Landeskloster/ Klosteramt Malchow (3.2- 3/2), Sign. 612, 614

Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock, Quelle: LHAS Schwerin, Landeskloster/ Klosteramt Malchow (3.2- 3/2), Sign. 612, 614

Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock, Quelle: LHAS Schwerin, Landeskloster/ Klosteramt Malchow (3.2- 3/2), Sign. 612, 614

In den vergangenen Jahrhunderten zogen im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach ausländische Truppen durch Mecklenburg. Für die Bevölkerung bedeutet das zusätzliche Belastungen wie Hunger, Leid und Not. Neben den üblichen Abgaben an Steuern und Diensten waren die Fremden zu versorgen. Aber noch schlimmer waren die Verluste an Menschen, Gebäuden und Sachwerten durch Brände und Verwüstungen, Krankheiten. Belegt werden diese Vorgänge durch Dokumente, Bittschriften usw. in Akten der Behörden des Landes. Diese sind in verschiedenen Aktenbeständen des Landeshauptarchivs Schwerin zu finden. Ein Beispiel soll hier vorgestellt werden.

Der Durchzug fremder Truppen durch Mecklenburg und speziell im November des Jahres 1812, eines französischen Kavallerieregimentes, erforderte die Sicherung der Verpflegung der Soldaten sowie deren Pferde. Sie quartierten in allen Orten und Ämtern, die an ihrem Wege lagen. Sehr wichtig: Irgendwie musste das Futter aufgebracht werden. So legte die Militärverpflegungsdirektion in Rostock fest, dass im gesamten Lande, in allen Ämtern von jeder domanial- und ritterschaftlichen Hufe zwölf Scheffel Hafer, sechs Zentner Heu und drei Zentner Stroh als Kontributionsquote zu erbringen seien. Diese Ablieferung sollte stets in Bereitschaft gehalten werden. Vor allem wurde die untadelige Beschaffenheit des Futters verlangt, wie in anliegendem Dokument beschrieben:

Der Hafer hat die Kennzeichen eines guten, gesunden Nahrungsmittels, wenn er nicht nur tüchtig gereinigt und völlig trocken ist, sondern auch eine glatte, glänzende Schale, einen festen, weißen, angenehm und mehlig schmeckenden Kern, einen wenig merklichen Geruch und die hinreichende Schwere hat.

Auch der bunte und der großkörnige schwarze Hafer waren zugelassen. Allerdings durften keine Verunreinigungen und Feuchte enthalten sein. Vorschriften regelten, wie das Heu und das Stroh abzuliefern waren.

Die Ablieferung erfolgte im gesamten Amte gleichzeitig, von einem Bevollmächtigten beaufsichtigt an den, den Abliefernden möglichst nahe gelegenen Orten. Im April des gleichen Jahres hatte die Mecklenburg Schwerinsche Allgemeine Landeskreditkommission den Ämtern zugesagt, dass für ein abgeliefertes Pferd an die französischen Truppen 75 Reichstaler Entschädigung berechnet würden. Den Ämtern oblag es nun, die gelieferten Pferde aufzulisten, die Entschädigungen einzufordern und zu quittieren, außerdem dafür zu sorgen, dass alle Hüfner erfasst wurden und diese dann die festgelegten Abgaben leisteten. Die Bevölkerung musste außerdem die Versorgung der fremden Truppen gewährleisten.

Elke Krügener


Quelle

LHAS Schwerin, Landeskloster/ Klosteramt Malchow (3.2- 3/2), Sign. 612, 614

Archivalie des Monats November 2007

1812 – November: Anweisung der Militärverpflegungsdirektion Rostock