Lernen im Archiv – Die Epoche der Reichsgründung 1864-1871

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Schüler bei der Recherche im Landesarchiv, Foto: LAKD-MV / Landesarchiv
Schüler bei der Recherche im Landesarchiv, Foto: LAKD-MV / Landesarchiv
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15.07.2014  | LA  | LAKD - Landesarchiv

Gerade für das diesjährige Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist ein Verständnis der staatlichen Strukturen und mentalen Prägungen des Kaiserreichs von entscheidender Bedeutung. Davon hängt ab, ob historisches Lernen tatsächlich in ein tieferes geschichtliches Verständnis jenseits der Jahrestage und Jubiläen führen kann. Dass dies auch und gerade mit regionalen Quellen gelingt, hat eine 11. Klasse des Schweriner Sportgymnasiums am 11. Juli im Landesarchiv erfahren. Nach einer Führung durch den historischen Archivbau und die Magazine sind im Lesesaal Aufgaben zur föderalen Reichsgesetzgebung, Staatsfinanzierung und Kriegführung bearbeitet worden. Die vom Geschichtslehrer Herrn Sieber ausgewählten Akten des Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten boten dazu reichlich Quellenmaterial. Auch die Massenauswanderung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde mit Blick auf die Situation in Mecklenburg-Vorpommern nach 1990 historisch eingeordnet.

Dabei sorgte es immer wieder für Erstaunen, dass Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz bis 1866/67 als Mitglieder des Deutschen Bundes souveräne Staaten waren, die durchaus eigene politische Akzente in der Innen- und Zollpolitik setzen konnten. Die Schüler wissen nun, dass diejenigen, die quellenbezogen aus der deutschen Geschichte vor 1871 (und zum Teil noch bis 1919) lernen wollen, an den staatlichen Archiven der Länder nicht vorbeikommen und in Schwerin (oder Greifswald) an der richtigen Stelle sind.

Dr. René Wiese