Hennemannsche Stiftung

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Hennemannsche Stiftung Stempel

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In der Zeit des Vormärz und Biedermeier zählte Dr. Wilhelm Hennemann (1786-1843) zu den Honoratioren Schwerins. Seine wissenschaftlichen Ambitionen und seine Kunst als Mediziner hatten ihm Anerkennung bis in höchste Kreise verschafft. Als Hofmedikus des Großherzogs Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin und als Arzt der städtischen Armenanstalt waren ihm die Nöte aller Stände vertraut. Doch erst postum kreuzten sich seine Wege mit denen der Bibliothek.

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historia stirpium - Titelblatt

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Als Hennemann kaum 57jährig verstarb, hinterließ er eine Büchersammlung von 2865 Bänden der Medizin und Naturgeschichte sowie ein reichhaltiges chirurgisches Instrumentarium. Diesen Schatz machte Hennemanns Witwe, angereichert um ein Kapital von 2000 Talern, der Regierungsbibliothek zum Vermächtnis. Untergebracht in den Bibliotheksräumen und gemeinsam verwaltet mit Vertretern der Ärzteschaft wurden die Schriften nach 15 Sachgruppen gegliedert und zusammen mit Instrumenten und anatomischen Schauobjekten als Leihgut für Fachkollegen bereitgehalten.

Der finanzielle Grundstock der Hennemannschen Stiftung warf ausreichend Zinsen ab, um auf lange Jahre nicht nur den Fortbestand, sondern auch die Erweiterung der Sammlung zu sichern. Ihr Umfang wuchs bis 1900 auf 11.000 Werke an.

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historia stirpium - Seite

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Das Kapital der Stiftung ging in Folge der Inflation 1922/23 verloren. Auch für die chirurgischen Bestecke, Zangen und Schaber blieben die Jahrzehnte nicht ohne Spuren. Letztlich wurde dieser Teil – nunmehr als museale Sammlung – in den 1930er Jahren abgegeben. Innerhalb der Landesbibliothek wurde die Hennemannsche Stiftung noch bis 1964 als eigenständige Büchersammlung (Hauptgruppe HSt) fortgeführt.

Geblieben ist ein wunderbarer medizinhistorischer Buchbestand mit Kostbarkeiten, die durch zwei Inkunabeln bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Auch in anderen Hauptgruppen wie der Botanik oder Zoologie finden sich Exemplare mit dem alten Stempeleindruck „Hennemannsche Stiftung“. Neben Lehrwerken, neuzeitlichen Bestarien und diversen Kuriosa bestechen hier vor allem die illuminierten Kräuterbücher. Von ihnen besitzt die Landesbibliothek allein aus dem 16. Jahrhundert 47 verschiedene Ausgaben, die häufig noch von Wilhelm Hennemann erworben wurden. Als besonderes Stück sei „De Historia stirpium commentarii insignes“ aus dem Jahre 1542 genannt. Die detailvollen und ungemindert farbkräftigen Bildtafeln ziehen den Betrachter bis heute in ihren Bann.