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Alt- und Neubau in der Johannes-Stelling-Straße

Landesbibliothek Altbau Details anzeigen

Landesbibliothek Altbau

Landesbibliothek Altbau

Landesbibliothek Altbau

Von der Schmiedestraße, über den Dom- bzw. Prinzenhof, vom neuen Kollegiengebäude über das Horn’sche Haus in der Schlossstraße bis zum Kreuzgang des Schweriner Doms, die Zahl der Umzüge der Landesbibliothek ist groß. Der vorerst letzte Umzug der Landesbibliothek – an ihren heutigen Standort in der Johannes-Stelling-Straße - fand im Jahr 2004 statt.

Dem ging ein Umbau des 1899 errichteten, ehemaligen „Verheirateten-Wohngebäudes“ auf dem Artillerieberg in Schwerin voraus. Das frühere Offizierswohnheim stand seit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1992/1993 leer und verfiel. Der unter Denkmalschutz stehende Altbau wurde in den Jahren 2000-2002 saniert, wobei u.a. die ornamentreiche, im Stil der Neorenaissance geschmückte Fassade wiederhergestellt wurde. Erste Teile der Landesbibliothek zogen dort im Juni 2002 ein.

Um jedoch einen einheitlichen Standort für alle Bestände sowie alle Funktionen einer modernen Landesbibliothek zu ermöglichen, war die Verbindung des Altbaus mit einem Neubau unumgänglich. Am 24. September 2003 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung für den Neubau der Landesbibliothek. Der in einem engen finanziellen Rahmen zu errichtende Neubau ist ein langgestreckter Baukörper, der sich durch seine einfachen geometrischen Formen sowie durch den großflächigen Einsatz von Glas, Stahl und Beton auszeichnet. An der Südseite des Gebäudes befindet sich rucksackartig angehangen die Lüftungstechnik des Hauses, damit bei Bedarf ein weiteres Magazingeschoss auf den Neubau aufgesetzt werden kann. Die Verknüpfung von Alt- und Neubau erfolgt über eine lichtdurchflutete Verbindungsbrücke aus Glas sowie durch die Fortführung des Fußbodenbelags aus dem Neu- in den Altbau. Die Sichtziegel des Altbaus werden in der Außenverkleidung des Neubaus fortgeführt, wenn auch unter Umdrehung der Farbigkeit. Wurden beim Altbau für die Fläche rote Ziegel sowie eine schwarz glasierte Bänderung im Bereich des Sockels verwandt, ist der Magazintrakt des Neubaus eine anthrazitfarbene Fläche mit einem, auf der Höhe des Altbausockels befindlichen, ziegelroten Band. Auf diesem Band wurden Noten, Alphabete und Textfragmente angebracht, die auf das hinter den Mauern des Gebäudes aufbewahrte Wissen und Kulturgut verweisen. Die Farben anthrazit und orange setzen sich zudem im Innenbereich des Neubaus großflächig fort.

Heute sind die erste und die zweite Etage des Altbaus für alle BesucherInnen der Landesbibliothek frei zugänglich, während sich in den oberen Geschossen die Büros der Direktion sowie der MitarbeiterInnen befinden. Im Neubau sind zwei Lesesäle, ein Schulungsraum, die Abteilung Musikalien und Rara sowie sämtliche Magazine der Landesbibliothek untergebracht.

Planungs- und Baudaten:

Baukosten Altbau: 2.297.000 Euro
Baukosten Neubau: 4.624.000 Euro
Magazinkapazität: ca. 1.080.000 Bände
Leseplätze: 52
Hauptnutzfläche Altbau: 815 m²
Hauptnutzfläche Neubau: 3.300 m²
Bauzeit Altbau: September 2000 – Juni 2002
Bauzeit Neubau: September 2002 – August 2004
Bauherr: Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V (bbl –mv), Geschäftsbereich Schwerin
Projektsteuerung, Planung und Bauleitung, Hochbau, Haustechnik, Freianlagen: bbl – mv, Geschäftsbereich Schwerin
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Dr. Binder
Bauphysik: Ingenieurbüro Dr. Blechschmidt