Düssin, Gutsanlage, großes Viehhaus (Kuhstall)

Denkmal des Monats Juni 2007

Gutsanlage Düssin, ViehhausDetails anzeigen
Gutsanlage Düssin, Viehhaus

Gutsanlage Düssin, Viehhaus

Gutsanlage Düssin, Viehhaus

Mit rund 150 m Länge bietet der ehemalige Kuhstall der im Landkreis Ludwigslust gelegenen Gutsanlage von Düssin einen imposanten Eindruck. Ursprünglich waren dort 130 Rinder untergebracht, zu DDR-Zeiten sollen es sogar 400 gewesen sein.

Seit 1911 befand sich das Gut Düssin im Eigentum des Industriellen Georg Plange. Zunächst in seiner Heimatstadt Soest, später in Hamburg-Wilhelmsburg und in Düsseldorf betrieb der Ingenieur Plange sehr erfolgreich Dampfmühlen – die Anlage in Wilhelmsburg galt damals sogar als größte des Kontinents. Das dort hergestellte Mehl wurde 1895 unter der Marke "Diamant" durch das kaiserliche Patentamt in die Warenzeichenrolle eingetragen. Georg Plange ließ Düssin zu einem Mustergut nach dem neuesten Stand der Technik ausbauen. 1912 erhielt die Anlage einen eigenen Bahnanschluss, der direkt bis zum Viehhaus führte. Außerdem entstanden ein Molkereigebäude, ein Maschinenhaus, ein Wasserturm und Zweifamilienhäuser. Die Entwürfe dafür lieferte der Hamburger Architekt Theodor Speckbötel.

Dienten bei der Erbauung des Wirtschaftgebäudes 1912–1914 die enormen Flächen- und Raumgrößen noch der Steigerung der Effizienz bei der Viehhaltung, war dies die Achillesferse bei der Umnutzung und dem langfristigen Erhalt des Baudenkmals. Doch jetzt soll wieder ein Nutzer einziehen, der genau das zu schätzen weiß. Die Brüder Ulf und Lars Lunge aus Hamburg verkaufen Laufschuhe, vor allem in Berlin und Hamburg. Nun sollen ein Entwurfsstudio und eine kleine, aber feine eigene Produktion im ehemaligen Kuhstall Platz finden. Auch die verkehrsgünstige Lage, quasi zwischen den beiden Großstädten, dürfte für Düssin gesprochen haben. Dort, wo sich die Stände für die Kühe befanden, werden zukünftig Maschinen stehen. Im Dach, dem früheren Lager für Heu und Stroh, werden in zwei Etagen Büros und Studios einziehen. Das historische Dachwerk bleibt erhalten und in einem Teil sogar sichtbar – dort, wo eine Ausstellung zur Geschichte des Laufschuhs geplant ist.

Das Äußere wird, abgesehen von der notwendigen zusätzlichen Dachbelichtung, weitgehend in den originalen Zustand zurückversetzt werden. Sowohl die großen Tore, der imposante und repräsentativ gestaltete Mittelturm, aber auch die aus Metall gefertigten ehemaligen Stallfenster wurden aufgearbeitet bzw. detailgetreu wiederhergestellt. Somit kann der Umbau aus denkmalpflegerischer Sicht als rundum gelungen angesehen werden. Der auch wirtschaftliche Erfolg ist sehr zu wünschen und wird hoffentlich als Anregung für ähnliche Umnutzungen von ländlichen Wirtschaftsgebäuden dienen können, die so oft ein "denkmalpflegerisches Sorgenkind" darstellen.

Sabine Horn

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