Die Dorfkirche von Melkof im Spiegel ihrer Instandsetzung und Restaurierung

Denkmal des Monats September 2013

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Abb. 1: Dorfkirche von Melkof, Nordansicht

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Abb. 1: Dorfkirche von Melkof, Nordansicht

Die Gutskirche in Melkof (Lkr. Ludwigslust-Parchim) wurde 1869/70 in äußerlich spätklassizistischen Formen errichtet. Zusammen mit dem Gutshaus und dem Gutspark bildet sie ein eindrucksvolles Ensemble.

Die Kirche besteht aus dem westlich vorgesetzten Turm mit einem Spitzhelm aus Schieferdeckung, dem mit einem flachen Satteldach überdeckten Schiff (ebenfalls mit Schieferdeckung) und dem polygonalen, gegenüber dem Schiff eingezogenen Gruftanbau im Osten (Abb. 1 und 2). Alle Bauteile sind mit einem antikisierenden Dekor in der Verputzung und der Profilierung der Pilaster, Gesimse und Fensterrahmungen detailreich und fein ausgestaltet (Abb. 3). Die Schiffswände weisen in der waagerechten Teilung der hohen, rundbogig geschlossenen Fenster bereits äußerlich auf die Emporenkirche im Inneren hin. Die klassizistische Architektur wird im Wandstuck und der Farbfassung der Innenwände mit Pilastern, Gesimsen und Friesen fortgesetzt. Auch die auf drei Seiten umlaufenden hölzernen Emporen (Abb. 4) und der auf der Ostempore stehende Orgelprospekt sowie das Bankgestühl – alles mit edler Holzimitation überfasst – entsprechen diesem Formengut. Abweichend davon wird der Raum von einer Holzdecke in den Formen der Tudorgotik überspannt (Abb. 5). Der Altar im Osten besteht wiederum aus einer üppigen neobarocken Gestaltung (Abb. 6).

Im Jahre 2008 wurde mit einer umfassenden Sanierung der Kirche begonnen, nachdem umfangreiche Schäden am Bestand des Daches, des Außenputzes und der Innenwände und Emporen festgestellt worden waren. Zunächst wurde die Dachkonstruktion und Deckung (Abb. 7), anschließend in mehreren Abschnitten der Außenputz instand gesetzt. Dabei wurde nach den Befunden der Restauratorin Bettina Strauss vorgegangen, die die Kirche untersucht hatte und die Arbeiten auch begleitete. Die Kirchenfassaden, die zuletzt nach dem über viele Jahre einhergehenden Verlust der Farbfassung quasi im Rohputzzustand erschienen, erhielten wieder ihr originales, strahlend helles grau-ockriges Erscheinungsbild.

Auch im Inneren der Kirche bestand akuter Handlungsbedarf. Insbesondere die Emporen waren durch den Echten Hausschwamm befallen und akut gefährdet. Sie mussten gegen Einsturz vorübergehend abgestützt werden. Der gesamte Innenputz musste im Emporenbereich wegen des Schwammbefalls entfernt werden. Nach einer sogenannten Schwammsanierung des Mauerwerks wurden sowohl die Putz- und Stuckbereiche als auch die Holzbauteile aufwendig rekonstruiert. Außenbau und Innenraum wurden so befundgerecht nach und nach instand gesetzt und restauriert.

Nur der Turm und der Altar bedürfen noch einer Restaurierung. Allerdings sind hier keine akuten Schäden mehr zu verzeichnen.

Die Instandsetzung wurde von 2008–2012 jährlich mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Landesprogramm der Denkmalpflege und der Stiftung KIBa (Kirchliches Bauen) gefördert.

Jens Amelung

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