Gutsanlagen

Kartlow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Gutshaus. Details anzeigen

Kartlow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Gutshaus.

Kartlow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Gutshaus.

Kartlow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Gutshaus.

Weite Teile des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern werden von den Bauten und Strukturen der ehemaligen Gutswirtschaften geprägt. Von einst etwa 2700 vorhandenen Gutsanlagen, die sich entweder in ritterschaftlichem, domanialem oder in Klosterbesitz befanden oder Erbpachthöfe waren, stehen heute etwa 1010 Gutshäuser und Schlösser aus historischen und künstlerischen Gründen unter Denkmalschutz. Als Schlösser werden diejenigen Herrenhäuser bezeichnet, die sich im Besitz des Landesherrn befanden. Die anderen Häuser werden Gutshäuser genannt.

Der überwiegende Teil der erhaltenen Gutshäuser datiert in das 19. Jahrhundert und wurde im Stil des Klassizismus oder in den Neostilen des Historismus erbaut. In den Kellern und Umfassungsmauern der Gutshäuser sind jedoch noch häufig ältere Bauteile, die oft bis in das Mittelalter datieren, erhalten geblieben. Die 30 ältesten erhaltenen Herrenhäuser stammen aus dem 16. Jahrhundert. Eine Vielzahl von repräsentativen Gutshäusern gibt es auch aus der Zeit des Barock. Je nach Wohlstand und Repräsentationsbedürfnis der ritterschaftlichen Gutsherrren fiel die architektonische Gestaltung des Gutshofes unterschiedlich herrschaftlich aus. In den beiden Landesteilen Mecklenburg und Vorpommern sind regional unterschiedliche stilistische Einflüsse auf die Architekturformen zu konstatieren. Diejenigen Gutshöfe, die als Pachthöfe zu einem Domanium oder zu einem ritterschaftlichen Nebengut gehörten, waren in der Regel schlichte typisierte Bauten.

Auf den meisten ehemaligen Gutsanlagen sind neben den ausgedehnten Parkanlagen auch noch ehemalige Wirtschaftsgebäude vorhanden, die überwiegend als Bestandteile der Gesamtanlagen als denkmalwert eingestuft worden sind. Allerdings sind nur noch wenige geschlossen überlieferte Gutsanlagen erhalten. Die Ställe und Scheunengebäude werden heute kaum mehr genutzt und sind dem Verfall ausgesetzt. Bauunterhaltende Maßnahmen werden häufig nicht durchgeführt. Ein Abriss ist die drohende Perspektive. Für die Kulturlandschaft bedeutet der Abriss der Scheunen und Ställe der Gutsanlagen einen großen Verlust.

Von den denkmalgeschützten Gutshäusern befinden sich etwa 90 % in Privatbesitz. Ein großer Teil von ihnen ist in den letzten Jahren instandgesetzt worden, überwiegend für eine touristische Nutzung (Hotel, Ferienwohnungen) und für private Wohnzwecke. Viele der Gutshäuser haben eine sensible Sanierung und Neunutzung erfahren dürfen, andere sind dem modernen Zeitgeist entsprechend stark durchgebaut worden und haben dabei viel von ihrem bauhistorischen Zeugniswert und der ursprünglichen Atmosphäre verloren.

Leider sind im Jahre 2013 noch etwa 17 % der denkmalgeschützten Gutshäuser nicht genutzt, eine Perspektive für sie ist nicht in Sicht. Der Leerstand bedeutet eine Gefährdung der Bausubstanz. Ungefähr 6 % dieser Häuser werden aufgrund dessen nicht mehr als Baudenkmal im Bestand erhalten werden können.

Beatrix Dräger-Kneißl

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