300. Geburtstag von Herzog Friedrich – Gründer der Landesbibliothek

Porträt von Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, 1766 gemalt von Georg David Matthieu, Öl auf Leinwand, Staatliches Museum Schwerin, Inv.-Nr. G 190 Details anzeigen
Porträt von Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, 1766 gemalt von Georg David Matthieu, Öl auf Leinwand, Staatliches Museum Schwerin, Inv.-Nr. G 190
Porträt von Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, 1766 gemalt von Georg David Matthieu, Öl auf Leinwand, Staatliches Museum Schwerin, Inv.-Nr. G 190
Porträt von Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, 1766 gemalt von Georg David Matthieu, Öl auf Leinwand, Staatliches Museum Schwerin, Inv.-Nr. G 190
06.11.2017  | LB  | LAKD - Landesbibliothek

Die Landesbibliothek gedenkt dieser Tage ihres Gründers, Herzog Friedrich zu Mecklenburg (1717-1785). Er übernahm die Regierungsgeschäfte des Herzogtums 1756. Anfangs stand seine Amtszeit unter dem Schatten des Siebenjährigen Krieges, dessen Kämpfe auch Mecklenburg nicht verschonten und dem Land Kontributionen abverlangten.

Doch Friedrichs Interessen galten der Architektur, der Musik und Literatur, aber auch technischen Fragen. Seine Büchersammlung bildet heute den historischen Kernbestand der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern, deren Gründung er im August 1779 verfügte. Bis heute bestimmt dieser Teil des Altbestandes das bibliophile und wissenschaftshistorische Selbstverständnis der Bibliothek. Seit längerem ist man hier damit befasst, durch Provenienz-Recherchen den Kernbestand Friedrichs zu rekonstruieren. 3940 Werke konnten anhand eines Verzeichnisses von 1769 zugeordnet werden. Teile seiner Bibliothek sind häufig an Äußerlichkeiten erkennbar. Hierzu zählen kostbare Gruppeneinbände mit Supralibros und barockem Schmuckwerk.

Am 9. November jährt sich der Geburtstag Herzog Friedrichs zum 300. Mal. Seinen Zeitgenossen galt er als sparsamer und gerechter Herrscher. Er war ein überzeugter Anhänger des Pietismus, förderte Bildung und Musikkultur und schaffte die Folter ab. Ab 1765 schuf er nahe dem Gut Klenow eine Residenz (Ludwigslust) nach französischem Vorbild und unter Beteiligung bedeutender Architekten, Baumeister und Künstler. U.a. entstand bis 1770 die Hofkirche (heute Stadtkirche) und zwischen 1772 und 1776 wurde die Schlossanlage gebaut.

Herzog Friedrich stand in einem regen Gedankenaustausch mit den Fürstenhäusern Europas. Ein wesentlicher Ideengeber waren für ihn Druckwerke, die von den traditionellen Buchhandelsplätzen und Kulturzentren beschafft wurden. 1779 gründete Herzog Friedrich die herzogliche Regierungsbibliothek (heute Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker). Parallel zu den Verwaltungsbeständen sammelte Friedrich selbst Literatur, die in summa den Geisteskosmos seines praktizierten Pietismus und der höfischen Repräsentation dokumentieren. 1890 fanden auch diese Ludwigsluster Buchbestände Eingang in die Regierungsbibliothek.