„Geburtsurkunde“ der Universität Rostock zu Gast in Rostock

LHAS 1.6-1 Urkunden Universität Rostock, Nr. 3, Foto: C. Stock Details anzeigen
LHAS 1.6-1 Urkunden Universität Rostock, Nr. 3, Foto: C. Stock
LHAS 1.6-1 Urkunden Universität Rostock, Nr. 3, Foto: C. Stock
LHAS 1.6-1 Urkunden Universität Rostock, Nr. 3, Foto: C. Stock
Nr.001  | 09.07.2018  | LA  | LAKD - Landesarchiv

In diesem Jahr feiert die Hanse- und Universitätsstadt Rostock den 800. Geburtstag der Stadt und bereitet sich auf den 600. Geburtstag der Universität im Frühjahr 2019 vor. Gewürdigt werden beide Ereignisse mit einer Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock „Rostock. Jetzt 800. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum“, die am 14. Juni eröffnet wurde und bis Anfang November laufen soll. Dort ist zur Zeit aus den Beständen des Landeshauptarchiv Schwerins sozusagen die „Geburtsurkunde“ der Universität Rostock zu sehen. In der in Ferrara am 13. Februar 1419 auf Bitten der Herzöge Johann IV. und Albrecht V. von Mecklenburg ausgestellten Urkunde gestattet Papst Martin V. die von den Herzögen sowie Bischof Heinrich von Schwerin und Bürgermeister und Rat der Stadt Rostock betriebene Gründung einer Universität mit allen Fakultäten außer der theologischen und bestätigt ihre Rechte und Privilegien. Beglaubigt ist die Pergamenturkunde mit dem Siegel des Papstes, einer an Seidenfäden hängenden Bleibulle. Damit ruhte der päpstliche Segen auf dem Unterfangen und im November 1419 konnte die Universität feierlich eröffnet werden.

Auch wenn das Kulturhistorische Museum gute Voraussetzungen für eine fachgerechte Präsentierung der Urkunde bietet, muss ihre Verweildauer in der Ausstellung begrenzt werden und kann nicht über den vollen Zeitraum bis Anfang November gehen. Sommerliche Temperaturen, viele Besucher, die man der Ausstellung nur wünschen kann, und die – vorschriftsmäßig geringe – Beleuchtigung können bei aller Vorsicht auf Dauer negative Einflüsse auf den Erhaltungszustand haben. Daher wird die Urkunde nach vier Wochen Mitte Juli nach Schwerin zurückkehren und nach einer Begutachtung durch die Restauratoren des Landesarchivs, ob sie ihren Besuch gut überstanden hat, wieder im Magazin eingelagert werden, damit sie unbeschadet auch bei künftigen Jubiläen von der Gründung der Universität Rostock erzählen kann.

 

Dr. Antje Koolman