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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut


Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte

Die Abteilung Landesdenkmalpflege ist als Fachbehörde für die Erforschung und die Mitwirkung bei der Erhaltung und sinnvollen Nutzung der Bau- und Kunstdenkmale als Zeugnis der Geschichte zuständig. Die Arbeit basiert auf dem Denkmalschutzgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, auf dem praktischen Anwenden verschiedener Wissenschaften, dem Konsens internationaler Regelungen wie beispielsweise der Charta von Venedig und dem fundierten Erfahrungswissen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Um den denkmalpflegerischen Aufgaben gerecht zu werden, sind zwei Arbeitsschwerpunkte entscheidend:

  1. Die Kenntnis über die Denkmale. Anfang der 1990er Jahre überarbeitete ein Wissenschaftlerteam von Kunst- und Bauhistorikern die Denkmallisten für Mecklenburg-Vorpommern. Die Listen aus der DDR-Zeit wurden ungültig, als 1993 das Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern (DSchG M-V) erlassen wurde. Seitdem werden die Listen von den unteren Denkmalschutzbehörden in den Landkreisen und kreisfreien Städten geführt. Die Landesdenkmalpflege wird bei den Veränderungen der Listen beteiligt. Änderungen der Eintragungen ergeben sich häufig aus der Arbeit der wissenschaftlichen Erfassung der Denkmale, der sogenannten Inventarisation, die sukzessive für einzelne Denkmalgattungen durchgeführt wird. Das Dezernat Inventarisation ist mit dieser Aufgabe betraut. Literatur- und Archivrecherchen wie eine eingehende Besichtigung vor Ort sind für die Denkmalwertbegründungen erforderlich. Es bedarf der sorgfältigen Prüfung, ob die Erhaltung eines Denkmals oder eines Denkmalbereichs den Kriterien des Denkmalschutzgesetzes entspricht und an der Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht. Die Gutachten sollen den Denkmaleigentümer über seinen Besitz informieren und vor den Verwaltungsgerichten die durch die Landesdenkmalpflege begründeten öffentlichen Belange und das Erhaltungsinteresse belegen.
  2. Die praktische Erfahrung zur Erhaltung der Bau- und Kunstdenkmale. Im Mittelpunkt des Dezernats Praktische Denkmalpflege steht die Beratung der Denkmaleigentümer, der Architekten, der unteren Denkmalschutzbehörden und anderer Interessierter an allen Denkmalgattungen. Die Baumaßnahmen, die zur Erhaltung und Nutzung eines Baudenkmals erforderlich sind, werden eingehend besprochen. Außerdem werden Hinweise zur Erstellung der in vielen Fällen erforderlichen denkmalpflegerischen Zielstellung gegeben. Daraus resultieren die Genehmigungsverfahren der unteren Denkmalschutzbehörden oder der Bauaufsichtsbehörden, an denen die Landesdenkmalpflege ebenfalls beteiligt ist. Für den Umgang mit festen Ausstattungen wie Wandmalereien, Stuck und Putz oder in Kirchen mit Altären, Kanzeln usw. werden restauratorische Beratungen durchgeführt. Außerdem werden Hinweise zu den Fördermöglichkeiten des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege gegeben. Für die Abstimmungen zu gewünschten steuerlichen Bescheinigungen sind allerdings die unteren Denkmalschutzbehörden zuständig, die deshalb möglichst frühzeitig in die geplanten Maßnahmen eingebunden sein sollten.

Die Landesdenkmalpflege hat außerdem eine bedeutende Foto- und Plansammlung zu den Denkmalen des Landes. In der Registratur werden die Akten, die Auskunft über bauliche Maßnahmen an den Denkmalen geben, seit über hundert Jahren verwahrt. Darüber hinaus steht den Kolleginnen und Kollegen eine Präsenzbibliothek mit Fachliteratur zum Denkmalschutz und zur Denkmalpflege zur Verfügung.

Um das Anliegen der Denkmalpflege auch publik zu machen, gibt die Landesdenkmalpflege zusammen mit der Landesarchäologie Veröffentlichungsreihen heraus. Das Jahrbuch "KulturERBE in Mecklenburg und Vorpommern" vermittelt die Identität stiftenden Werte der Kulturlandschaft in Aufsätzen und den Berichten zur praktischen Arbeit. Die Reihe "Beiträge zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern" ist umfassenden Monografien zu bedeutenden Denkmalen gewidmet. In den bisherigen zwei Bänden der kleineren Reihe "Baukunst und Denkmalpflege" werden ein Einzelbauwerk und ein Sammelband mit Aufsätzen zu Orangerien und historischen Glashäusern vorgestellt.

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