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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Entdecke Mecklenburg-Vorpommern



Bodendenkmale: prägende Bestandteile unserer Kulturlandschaft

Abb. 1: Großsteingrab bei Lonvitz (Landkreis Rügen; Foto: LAKD)
Abb. 1: Großsteingrab bei Lonvitz (Landkreis Rügen; Foto: LAKD)

Abb. 2: Bronzezeitlicher Beinschmuck aus Thürkow (Landkreis Güstrow; Foto: LAKD)
Abb. 2: Bronzezeitlicher Beinschmuck aus Thürkow (Landkreis Güstrow; Foto: LAKD)

Abb. 3: Bronzezeitliche Hügelgräber bei Lübstorf (Lkr. Nordwestmecklenburg; Foto: LAKD)
Abb. 3: Bronzezeitliche Hügelgräber bei Lübstorf (Lkr. Nordwestmecklenburg; Foto: LAKD)

Abb. 4: Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Dorfes bei Weitendorf (Lkr. Güstrow; Foto: LAKD)
Abb. 4: Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Dorfes bei Weitendorf (Lkr. Güstrow; Foto: LAKD)

Abb. 5: Slawischer Burgwall Arkona bei Putgarten (Landkreis Rügen; Foto: LAKD)
Abb. 5: Slawischer Burgwall Arkona bei Putgarten (Landkreis Rügen; Foto: LAKD)

Abb. 6: Mittelalterliche Burg von Ludorf (Lkr. Müritz; Foto: LAKD)
Abb. 6: Mittelalterliche Burg von Ludorf (Lkr. Müritz; Foto: LAKD)

Abb. 7: Mittelalterliche Burg 'Schloss Grubenhagen' (Landkreis Müritz; Foto: LAKD)
Abb. 7: Mittelalterliche Burg "Schloss Grubenhagen" (Landkreis Müritz; Foto: LAKD)

Die Gletscher der letzten Eiszeit hinterließen im heutigen Mecklenburg-Vorpommern ein kahles, grundlegend umgestaltetes Land. Erst um 12000 v. Chr. kehrten mit den Pflanzen auch jagdbare Tiere in die eisfrei gewordenen Gebiete zurück und in ihrem Gefolge schließlich nomadisierende Menschengruppen, die sich von Jagd, Fischfang und dem Sammeln von Pflanzen und Früchten ernährten.

Mit fortschreitender Bodenbildung und dem Anstieg der Temperaturen bildete sich auch wieder Wald. Die Anpassung der Menschen an das veränderte Ökosystem lässt sich an der "Erfindung" des aus Feuerstein hergestellten Beils in der mittleren Steinzeit – ab etwa 9500 v. Chr. – ablesen. Die Menschen folgten nach wie vor ihren Nahrungsquellen. Je nach Saison wurden temporäre Siedlungsplätze in unterschiedlichen Biotoptypen angelegt, meist jedoch in der Nähe geschützter Buchten oder an Wasserläufen. Viele dieser Plätze liegen unter dem heutigen Meeresspiegel.

Die im nördlichen Afrika und in Kleinasien entwickelten und allmählich nach Norden verbreiteten Kulturtechniken Ackerbau und Viehzucht kennzeichnen um 4000 v. Chr. den Übergang zur jüngeren Steinzeit. Die neuen Wirtschaftsmethoden erforderten eine sesshafte Lebensweise, verbunden mit dem Bau dauerhafter Behausungen. Neu war auch die Technik, Gefäße aus Lehm zu formen und diese durch Brennen haltbar zu machen. Durch die neue Wirtschaftsweise war es möglich, Überschüsse zu erwirtschaften und Teile der Bevölkerung für den Bau der Großsteingräber freizustellen. Dafür wurden große, tonnenschwere Findlinge zum Bauplatz transportiert, zu einer Grabkammer (Abb. 1) zusammengefügt und anschließend mit einem Erdhügel bedeckt. Die Kammer wurde nur für Bestattungen geöffnet.

Mit den ersten, aus dem Karpatenraum importierten Bronzegegenständen kündigte sich um 2100 v. Chr. die nächste große Kulturepoche an. Die einheimischen Stämme lernten schnell, aus den importierten Metallen Kupfer und Zinn selbstständig und in ganz eigenständiger Ausprägung Bronzegegenstände zu produzieren (Abb. 2). Erstmals sind regelrechte Dörfer nachzuweisen. Die Toten wurden unverbrannt in Grabhügeln (Abb. 3) bestattet.

Gegen Ende der Bronzezeit, um 500 v. Chr., gelangten die ersten Eisengegenstände als importierte Luxusgüter ins Land. Allmählich begann auch die eigenständige Verhüttung des einheimischen, in großer Menge vorhandenen Eisenerzes. Werkzeuge und Arbeitsgeräte wurden fast ausschließlich aus dem neuen Material hergestellt. Die Menschen lebten in dorfartigen Siedlungen (Abb. 4) und bestatteten ihre Toten in Urnen auf großen Gräberfeldern. In der Zeit um Christi Geburt machte sich starker Kultureinfluss aus dem römischen Reich bemerkbar. Durch Handel kamen die germanischen Stämme mit Gegenständen römischer Produktion, aber auch mit römischen Trink-, Ess- und Kleidungssitten in Kontakt. Teile römischen Tafelgeschirrs dienten als Grabgefäß oder Grabbeigabe. In den Dörfern ist am unterschiedlichen Viehbestand eine verstärkte ökonomische Differenzierung nachweisbar.

Gegen Ende der römischen Kaiserzeit, um 450 n. Chr., begannen große Teile der einheimischen Bevölkerung nach England beziehungsweise Ungarn und Italien abzuwandern. Wahrscheinlich waren Klimaverschlechterung und kriegerische Auseinandersetzungen der Auslöser. Bis auf wenige weiterhin besiedelte Kleinregionen fiel das Land brach.

In dieses weitgehend aufgegebene Land wanderten ab etwa 700 n. Chr. slawische Bevölkerungsgruppen ein, die sich zu Stammesverbänden zusammenschlossen. Als politische und militärische Zentren wurden große Burganlagen (Abb. 5) errichtet, die mit einer Mauer aus Holz und Erde umgeben waren. Aus slawischer Zeit sind recht ausführliche Schriftquellen überliefert, die eine ausgeprägte politische Struktur und eine differenzierte Religion mit mehreren Göttern erkennen lassen.

Mit fortschreitender Christianisierung gerieten die slawischen Stämme zunehmend unter Druck. Die Eroberung der Burg Arkona auf Rügen durch den dänischen König Waldemar I. im Jahre 1168 markierte eine entscheidende Niederlage. Im Westen gerieten die Slawen durch die Expansion Heinrichs des Löwen in die Defensive. Städte und Klöster traten an die Stelle der bisherigen Zentren. Zahlreiche deutsche Einwanderer kamen unter Führung so genannter Lokatoren ins Land und siedelten sich in Dörfern an. Diese Angehörigen des niederen Adels errichteten kleine Burganlagen mit festen Türmen, deren Reste heute noch als Turmhügel an vielen Stellen zu sehen sind (Abb. 6–7). Der Anteil der slawischen Bevölkerung lag jedoch trotz der starken Einwanderung und der politischen Überprägung immer noch bei zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung. Dadurch erklärt sich, dass sehr viele der slawischen Ortsnamen erhalten blieben und selbst die neu gegründeten Städte größtenteils Namen in slawischer Tradition tragen.


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