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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Entdecke Mecklenburg-Vorpommern



150 Jahre Schloss Schwerin

Beiträge zur Bau- und Nutzungsgeschichte

"150 Jahre Schloss Schwerin -<br>Beiträge zur Bau- und Nutzungs-<br>geschichte"
"150 Jahre Schloss Schwerin -
Beiträge zur Bau- und Nutzungs-
geschichte"

ISBN 3-932447-67-0. 204 Seiten. 10,00 Euro

Im Mai 2007 jährte sich zum 150. Mal der Tag der Einweihung des Schweriner Schlosses nach mehrjährigem Um- und Neubau. Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern als Hausherr und heutiger Nutzer des Gebäudes nahm dies zum Anlass, um mit einer Vielzahl von Veranstaltungen die Geschichte und Gegenwart des Schlosses vorzustellen und das Jubiläum festlich zu begehen.

Eine stets sehr gut besuchte Vortragsreihe, die unterschiedliche Facetten des bedeutenden Bauwerks, seiner Bewohner und seiner Nutzung über die Jahrhunderte beleuchtete, bildete den Auftakt. Diese Vorträge sind nun als Broschüre in gemeinsamer Herausgeberschaft des Landtags Mecklenburg-Vorpommern und des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege erschienen. Die Referate hatten die Aufgabe, "sowohl die Kenntnisse über den geschichtsträchtigen Ort weiter zu vertiefen und dabei insbesondere den Umbau des Schlosses in die gesellschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts einzubetten, als auch das heutige Bauen und politische Wirken im Schloss zu zeigen" heißt es im Grußwort der Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Henry Tesch.

So spannt sich der Bogen der behandelten Themen dann auch vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Dr. Antje Sander verortet "Das Schweriner Schloss als Residenz und Regierungssitz im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit". Sie zeigt, wie sich Schwerin allmählich als feste Residenz der Herzöge herausbildete und damit den Aufenthalt der Herrscher an verschiedenen Orten, die sie im Jahreslauf aufsuchten, um von dort aus zu regieren, ablöste.

Dr. Steffen Stuth betrachtet "Adolf Friedrich I. und seine Residenz Schwerin. Höfische Repräsentation in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts" und erläutert, dass die Bauten einen wesentlichen Teil der Repräsentation ausmachen. Weiterhin zeigt er die Schwierigkeiten auf, die sich während der Planungs- und Bautätigkeit im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges ergaben.

"Restauration durch Restaurierung. Vom Umgang mit historischer Bausubstanz beim Neubau des Schweriner Schlosses 1842-1857" heißt der Beitrag von Dirk Handorf, der die aufkommende Denkmalpflege im 19. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf den Schlossumbau betrachtet. Dabei wird deutlich, dass sich der mit der Planung und Ausführung beauftragte Hofbaumeister Georg Adolph Demmler mit der Erhaltung und zeitgemäßen Umnutzung historisch überlieferter Bausubstanz, so wie es der Bauherr wünschte, schwer tat. Erst der zu Rate gezogene Gottfried Semper vermochte es, wenigstens zeichnerisch die wichtigen Häuser des 16. und 17. Jahrhunderts, das Haus über der Schlossküche, das Bischofshaus, das Neue Lange Haus und das Haus über der Schlosskirche, zu konservieren und zu erhalten, ohne sie zu verfälschen. Ihm gelang die organische Einbeziehung dieser Gebäude in den Schlossneubau. G. A. Demmler hatte sich in seinem Folgeentwurf daran orientiert, das Erscheinungsbild der vier seeseitigen Häuser aber im Sinne der Geschichtsauffassung des 19. Jahrhunderts "verbessert".

Das Thema von Berna Bartel und Matthias Schott ist "Der Einzug in das Schloss Schwerin vor 150 Jahren und die Ereignisse von Samstag, 23. Mai bis Freitag, 29. Mai 1857". Anhand von Zeitungsberichten aus dieser Zeit zeichnen sie ein aufschlussreiches Bild, welches über den Hochadel in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegeben wurde.

Horst Ende widmet sich der jüngeren Vergangenheit und beleuchtet "Schloss Schwerin 1945-1975". Die Zeitspanne seines Beitrags umfasst die Nutzung des Schlosses als sowjetische Militäradministration, die Einrichtung des Mecklenburgischen Landtages im Schloss und den Gebrauch des Sitzungssaales ab 1952 für die Sitzungen des Bezirkstages des Bezirkes Schwerin, die Unterbringung der Pädagogischen Schule im Schloss und den Beginn der Restaurierungsarbeiten in den 1970er Jahren, die mit der Fertigstellung des Thronsaales 1974 einen ersten Höhepunkt erreichten.

Ihm folgt Ewa Prync-Pommerencke. "Zwischen Baukapazität und Jahresplan. Schloss Schwerin in der späten DDR-Zeit" lautet ihr Beitragsthema. Sie befasst sich darin mit den denkmalpflegerischen Maßnahmen, die hauptsächlich vom VEB Denkmalpflege Schwerin durchgeführt wurden. Dazu zählten unter anderem die Restaurierung der heute im Museumsrundgang zugänglichen ehemaligen Wohn- und Gesellschaftszimmer sowie Arbeiten an Dächern und Fassaden des Bauwerks. Auch die täglichen Schwierigkeiten, die sich bei den einzelnen Vorhaben auftaten, seien es das Problem der Materialbeschaffung oder ungeahnte Widrigkeiten, die das Nachweben einer Wandbespannung mit sich brachte, verschweigt sie nicht.

Hon. Prof. Dipl.-Ing. Arch. Anna Katharina F. Zülch berichtet schlaglichtartig über die jüngsten Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Schweriner Schloss seit dem Beginn der 1990er Jahre. "Planen hinter den Planen – Eine sehr persönliche Architektensicht" nannte die seit vielen Jahren mit der Umbau- und Sanierungsplanung beauftragte Architektin ihren Beitrag. Dieser wird ergänzt vom Statiker Dr. Rudolf Käpplein, der die "Gründungssanierung im Schweriner Schloss – Ingenieurtechnische Besonderheiten" beschreibt.

Marc Kühlborn informiert über "Kanonenkugeln, Springbrunnen und Kasematten. Die Ausgrabungen auf der Schweriner Nordbastion 2006 und 2007", eine Maßnahme, die neue und sehr interessante Erkenntnisse zum Bau des 16. Jahrhunderts sowie anschauliche Funde zutage förderte.

Birgid Holz hat "Bäume, Büsche und Boskette – Gartendenkmalpflege im Burg- und Schlossgarten" zum Thema gemacht. Sie schlägt einen weiten Bogen von der Geschichte der Anlagen und ihren Vorbildern bis hin zu den aktuellen Parkpflege- und Revitalisierungsmaßnahmen. Dabei weist sie auf Missstände hin, die durch unterlassene oder falsche Pflegemaßnahmen in der Vergangenheit entstanden sind und nun mit mehr oder weniger großem Aufwand beseitigt werden mussten.

Johannes Voss betrachtet "Glasmalerei des 19. Jahrhunderts im Schweriner Schloss" und beschreibt noch einmal die Sicherung und teilweise Wiederherstellung eines besonderen Glasgemäldezyklus, der Darstellung von 18 mecklenburgischen Fürsten, Herzögen und Großherzögen, die Großherzog Friedrich Franz II. für die Neugestaltung der Hofdornitz 1846 in Auftrag gab. Darüber hinaus widmet er sich aber auch den 1857 vollendeten und schon 1907 ersetzten Fenstern der Schlosskirche sowie dem im ehemaligen Speisezimmer befindlichen Glasgemälde mit der Vermählung der hl. Katharina von Christoph Philipp Boehmländer aus dem Jahre 1883.

Dr. Torsten Fried zeigt "Das Schweriner Schloss auf Medaillen und Münzen", wobei seine Palette von der Medaille auf den Hamburger Erbvergleich von 1701 bis zur neuen Zwei-Euro-Münze reicht.

Dr. René Wiese stellt "Schlösser, Kasernen und Palais. Schwerin und die historischen Landtagsgebäude der Länder" in den Focus.

Bei dem letzten Beitrag "Demmler und die Politik" von Björn Engholm handelt es sich um einen erneuten Abdruck des Vortrages, den der frühere Ministerpräsident Schleswig-Holsteins 2004 im Rahmen des 5. Schweriner Schlossgesprächs hielt.

Die Broschüre kostet 10,00 Euro und kann bei der Verwaltung des Landtags Mecklenburg-Vorpommern, Schloss, Lennéstraße 1, 19053 Schwerin oder im Shop des Schweriner Schlossmuseums erworben werden.


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