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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Entdecke Mecklenburg-Vorpommern



Archive im digitalen Zeitalter. Überlieferung - Erschließung - Präsentation

Unter dem Rahmenthema "Archive im digitalen Zeitalter. Überlieferung – Erschließung - Präsentation" fand vom 22. bis 25. September in Regensburg der 79. Deutsche Archivtag statt. Dabei erläuterten u.a. zwei Archivare aus Mecklenburg-Vorpommern vor ca. 850 Teilnehmern aus der Fachwelt, in welchem Maße die Gestaltung der archivfachlichen Zukunft bereits den Arbeitsalltag der Gegenwart bestimmt. Unter dem Titel "Aktenbewertung elektronisch – eine Domea-Lösung im Landeshauptarchiv Schwerin" präsentierten Dr. Matthias Manke und Dr. René Wiese eine Software-Anwendung zur Aussonderung und Bewertung elektronischer Akten.

Sie wurde gemeinsam mit dem Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern und der DVZ GmbH zunächst zur archivischen Nachnutzung digitaler behördlicher Registraturdaten entwickelt, ist perspektivisch jedoch auch zur effizienten Bewertung elektronischer Behördenakten geeignet. Als eine der ersten praxiserprobten Anwendungen ihrer Art erntete das Schweriner Bewertungsinstrument große Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

Die neue Software-Anwendung vereinigt Altes und Neues aus der archivischen Arbeitswelt. Denn auch bei einer weitgehend elektronischen Aktenführung in den Behörden kann der Archivar auf bewährte Arbeitsmittel wie listenförmige Aktenanbietungen zurückgreifen. Er trifft weiterhin seine Bewertungsentscheidungen nach dem Muster "Archivieren, Vernichten oder Durchsehen" - allerdings in einem völlig veränderten Umfeld. Es sind etwa beschreibende Akteninformationen, die sogenannten Metadaten, mit den Behörden für die Anbietungen neu festzulegen, damit die Zuordnungen nach Organisationseinheiten und Zuständigkeiten auch fernerhin möglich bleibt. Auch die Festlegung technischer Voraussetzungen gehört dazu wie etwa Schnittstellen zu den Behörden mitsamt passender Übertragungskapazitäten.

Ein weiterer Punkt ist die Abstimmung von Softwareentwicklungen und Updates. Dabei hat die Zusammenarbeit des Landeshauptarchivs mit Finanzministerium und DVZ GmbH gezeigt, dass Behörde, Informatik und Archiv künftig näher zusammenrücken. Bei der elektronischen Bewertung und Archivierung, das ist in Regensburg einmal mehr deutlich geworden, betreten die Archivare das schwierige Feld der Zukunftsforschung. Sie müssen versuchen, vorausliegende Entwicklungen zu antizipieren, um bei der Überlieferungsbildung in einer sich rasant wandelnden technischen Umgebung nicht den Anschluss zu verlieren. Ob aber der Medienwandel nicht auch eine grundlegende Veränderung der Verwaltungsmentalität bringen wird, ist erst zu sagen, wenn die elektronische Aktenführung über Pilotprojekte hinausgekommen ist, und sie den Arbeitsalltag flächendeckend in allen Landesbehörden bestimmt. Sicher scheint nur, dass sich Archivare zukünftig immer wieder neu in ihrem Arbeitsumfeld zu orientieren haben.


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