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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Entdecke Mecklenburg-Vorpommern



Unterricht im Landeshauptarchiv

Die Dr.-Ernst-Alban-Schule Rastow und ihr Namensgeber

Schüler der Rastower Dr.-Ernst-Alban-Schule bei der Arbeit im Archiv, Foto: LAKD
Schüler der Rastower Dr.-Ernst-Alban-Schule bei der Arbeit im Archiv, Foto: LAKD

Wenn auch archivpädagogische Angebote leider nicht eigeninitiativ und regelmäßig vorgehalten werden können, so bemüht sich das Landeshauptarchiv Schwerin doch, interessierten Schulklassen auf Anfrage ein Lernen im Archiv zu ermöglichen. Eine dieser Möglichkeiten nutzte am 28. Januar 2011 die Regionale Schule aus Rastow, um ihr Wissen über den Schulnamensgeber, den bedeutenden mecklenburgischen Erfinder und Industriepionier Ernst Alban aufzufrischen. Den zehn Schülern und ihrer Geschichtslehrerin konnte aber noch mehr geboten werden; denn Archive sichern nicht nur die Quellenbasis historischer Erkenntnisse, sondern bieten immer die Möglichkeit, durch neue Quellen neue Einsichten in geschichtliche Zusammenhänge zu bekommen.

Nachdem die Schüler durch das frisch ertüchtigte Archivgebäude, seine Funktionsräume und Magazine geführt worden waren, wartete im Lesesaal ein Brief von Ernst Alban aus dem Jahr 1834 auf sie. Der an den Staatsminister von Brandenstein gerichtete Text aus dem Bestand Personalia des Großherzoglichen Kabinetts I zieht Albans Lebenssituation in jenen Jahren wie in einem Brennglas zusammen. Jeweils zu zweit machten sich die Schüler an die Lektüre des bereits transkribierten Textes. Schon allein der komplexere Satzbau und heute ungebräuchliche Worte forderten den Schülern einiges an konzentriertem Lesen ab. Bald wurde es so still im Lesesaal, als säßen Professoren und Doktoren forschend über ihren Akten.

Zur Ergebnissicherung dienten den Schülern fünf vom Archiv vorbereitete Fragen zur persönlichen Situation und beruflichen Perspektive Albans, der als Gutsbesitzer von Klein Wehnendorf versuchte, im ständestaatlichen Mecklenburg als Maschinenbauer Fuß zu fassen. So erfuhren die Schüler, welchen Einfluss schon damals unglückliche Ehen oder falsch kalkulierte Absatzmärkte auf den Erfolg bedeutender Männer haben konnten. Dass Alban ein Befürworter und Förderer der Arbeiterbildung gewesen ist, war eines der wichtigsten Ergebnisse der schulischen Projektarbeit an diesem Vormittag. Es zeigt den Unternehmer und Erfinder einmal mehr als eine große Persönlichkeit aus Mecklenburgs großer Zeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gut zu wissen für die Rastower Schüler, dass man sich mit dem Mann, dessen Gesicht auch auf der neuen Schulkleidung der Dr.-Ernst-Alban-Schule zu sehen ist, guten Gewissens identifizieren kann.

Dr. René Wiese, Landeshauptarchiv Schwerin


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