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Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Entdecke Mecklenburg-Vorpommern



Fund des Monats Mai

Der größte seiner Art

Abb.1: Jesendorf. Aus der Luft zu<br>erkennen: der bogenförmige<br>Verlauf der Feuerstellen<br>(Foto: LAKD; Lars Saalow)
Abb.1: Jesendorf. Aus der Luft zu
erkennen: der bogenförmige
Verlauf der Feuerstellen
(Foto: LAKD; Lars Saalow)

Abb.2: Jesendorf. Aufbau einer<br>Feuerstelle<br>(Foto: LAKD; Andreas Selent)
Abb.2: Jesendorf. Aufbau einer
Feuerstelle
(Foto: LAKD; Andreas Selent)

Da ein Teil der Flächen östlich des Tarzower Sees für den Sand- und Kiesabbau genutzt werden sollten, fand bei Jesendorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) eine Rettungsgrabung statt, bei der eine Fläche von etwa 1,1 Hektar untersucht wurde. Dabei wurden 418 Befunde aufgedeckt, die größtenteils zu einem spätbronze- oder früheisenzeitlichen Feuerstellenplatz gehören. Mit 334 Feuerstellen handelt es sich um den größten derzeit bekannten Fundplatz dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Gros der Befunde gehört zu einem Feuerstellenband, das sich bogenförmig über eine Strecke von etwa 110 m in West-Ost-Richtung über die Grabungsfläche erstreckt (Abb. 1). Innerhalb dieses Bandes sind mindestens vier größere Konzentrationen zu erkennen, in denen die Befunde in ungeregelten Gruppen beieinander liegen. Am westlichen Abschluss, unmittelbar an der Grabungsgrenze, liegen die Feuerstellen besonders dicht und bilden zwei fast schwarze, rund 60 m2 große Flächen, die sich außerhalb der Grabungsfläche zum Tarzower See hin fortsetzen.

In der Regel handelt es sich um runde bis rechteckige Feuerstellen mit zumeist einer erhaltenen Steinlage (Abb. 2). Teilweise war festzustellen, dass das in den Gruben entfachte Feuer erst nachträglich mit Steinen überdeckt worden war. Außerdem sind vielfach zentrale Eingrabungen erkennbar, die wohl auf das Entnehmen der in den Gruben gegarten Speisen zurückzuführen sind.

Funde kamen in den Feuerstellen kaum zutage, so dass für eine genauere zeitliche Einordnung das Ergebnis der Radiokarbonuntersuchungen abzuwarten ist. Eine Datierung in die ausgehende Bronze- oder beginnende Eisenzeit ist aber angesichts vergleichbarer Plätze und aufgrund des vorhandenen Fundmaterials anzunehmen.

Die Feuerstellen dürften im Rahmen des religiös-kultischen Lebens eine Rolle gespielt haben, denn zeitgleiche Siedlungsplätze sind aus der näheren Umgebung nicht anzuführen.

Andreas Selent


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