Der Wolgaster Metallrestaurator und die Schweriner Archäologin Regina Ströbl vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege erhalten am 10. Juni in Istanbul für die Restauration der Gruft der Herzöge von Pommern-Wolgast in der Kirche St. Petri zu Wolgast den Europäischen Denkmalschutzpreis.
Kultusminister Henry Tesch: "Dass die höchste Auszeichnung Europas auf dem Gebiet des Denkmalschutzes - der Europa Nostra Preis - nach Mecklenburg-Vorpommern geht, haben wir der fachlichen Meisterschaft, dem Engagement und dem selbstlosen Einsatz des Restauratorenteams zu danken. Die Wiederherstellung der Gruft der Herzöge ist ein wichtiger Beitrag zur regionalen Identität und zur Wiederbelebung Europäischer Geschichte."
Europa Nostra kümmert sich um Schutz und Erhalt von Kulturdenkmälern im europäischen Raum. Gemeinsam mit der Europäischen Kommission wählte die international besetzte Expertenjury aus fast 140 Bewerbern insgesamt 29 Preisträger aus.
Begründet wurde die Entscheidung für "dieses hervorragende Projekt" mit der Rettung des nahezu vollständig zerstörten Ensembles von Zinnsärgen des 16. Jahrhunderts. Die Jury zeigte sich tief beeindruckt von der "unübertrefflichen Arbeit, der hohen Qualität der Konservierung mit modernster Technik unter besonderer Berücksichtigung aller historischen Aspekte". Das beinhaltet außer der Restaurierung der Särge auch die Untersuchung der Sarginhalte und die Wiederbestattung der sterblichen Überreste.
In der Wolgaster Fürstengruft sind die drei letzten regierenden Herzöge und deren Ehefrauen bzw. Schwestern zwischen 1560 und 1631 beigesetzt. In den folgenden Jahrhunderten sind Särge und Bestattungen durch Vandalismus und Verfall des Materials nahezu zerstört worden. Die Arbeiten (Schadensaufnahme, Dokumentation und Bergung der Sarginhalte, Restaurierung der Särge, Untersuchung, Rekonstruktion und Wiederbestattung der Sarginhalte), wurden mit Mitteln der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Vorpommern, des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und weiteren Spenden ermöglicht. Sie dauerten von 1995 bis 2007.
Aus dem Urteil der Jury:
"This outstanding project has brought about the restoration of an ensemble of 16th century pewter sarcophagi, almost 300 years after they had been seriously damaged. The superlative work done is recognised by the Jury for its high quality in conserving existing heritage, using modern techniques and materials, whilst maintaining all historical aspects of the.... With the crypt and chapel now open for visitors to view the sarcophagi, this project has made a significant contribution in rebuilding the identity of the locality and has recovered some momentous European history."