Landeshauptarchiv Schwerin – Bereits seit vielen Jahren wirken Mitarbeiter des Landeshauptarchivs in der Regionaljury Mecklenburg-Vorpommern für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit, den die Hamburger Körber-Stiftung organisiert und durchführt. Nahezu ebenso lange unterstützen Schweriner Archivare Lehrer und Schüler bei den Archivrecherchen für ihre Wettbewerbsbeiträge. In diesem Jahr wählte die Körber-Stiftung das Land Mecklenburg-Vorpommern für eine "Leuchtturm-Kampagne" aus. So sollen der Wettbewerb und die historische Projektarbeit vor Ort gestärkt sowie die Wettbewerbsbeiträge qualitativ und vor allem quantitativ verbessert werden. Im Rahmen der entsprechenden Aktivitäten führten die Körberstiftung, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Landeshauptarchiv Schwerin am Donnerstag, dem 3. Juli 2008, einen Workshop für Lehrer von vier ausgewählten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern durch, die sich in den vergangenen Jahren bereits mit Erfolg im Geschichtswettbewerb engagiert hatten.
Am Vormittag absolvierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Übung, um konkrete und für die Schule handhabbare Themen zu finden, und diskutierten vorhandene Erfahrungen bei der Betreuung von Wettbewerbsbeiträgen. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Archivarbeit. Dazu erfolgte anhand praktischer Beispiele zunächst die Klärung von Grundsätzlichkeiten – Was ist eigentlich ein Archiv?, Wie findet man das für eine bestimmte Thematik "richtige" Archiv?, Wie benutzt man ein Archiv? Anschließend wurden die Antworten auf diese Fragen im Rahmen einer Archivführung mit weiteren Beispielen vertieft. Der „Rückzug“ in die kühlen Magazinräume des Landeshauptarchivs stellte aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen nicht nur eine willkommene Abwechslung dar, sondern trug auch viel zum Verständnis für archivische Arbeitsweisen bei. Den Abschluss des Workshops bildete eine praktische Übung zur gezielten Analyse historischer Akten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konstatierten am Ende des Tages, viele neue und vor allem informative Erkenntnisse gewonnen zu haben. Ungeachtet dessen, ob der Workshop in diesem oder einem der nächsten Geschichtswettbewerbe seinen Niederschlag findet, gehört die Zusammenarbeit mit Schulen in das Portfolio der archivarischen Tätigkeiten. Die Schülerarbeit, die in den letzten Jahren immer wieder stattgefunden hat, auszuweiten wäre in vielerlei Hinsicht wünschenswert und sinnvoll.
Dr. Matthias Manke