Historische Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern: Der 200. Geburtstag von Daniel Hendel Sanders

Werke von Sanders im Foyer der Landesbibliothek Foto: F. Petersen Details anzeigen
Werke von Sanders im Foyer der Landesbibliothek Foto: F. Petersen
Werke von Sanders im Foyer der Landesbibliothek Foto: F. Petersen
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14.05.2019  | LB  | LAKD - Landesbibliothek

Der Philologe, Lexikograph und Sprachforscher wurde 1819 in Alt-Strelitz geboren und starb dort im Jahr 1897. Im Alter von nur vierzig Jahren lieferte er den 1. Band seines Hauptwerks ab, das „Wörterbuch der deutschen Sprache von Luther bis auf die Gegenwart“.

In dieser Zeit des gewachsenen Nationalismus für einen gemeinsamen deutschen Staat und gegen die anachronistische Kleinstaaterei stellte Sanders die Sprachforschung in den Mittelpunkt seines Schaffens, ebenso wie weitere bekannte Verfasser deutscher Wörterbücher wie Karl Weigand, Moritz Heyne sowie Jacob und Wilhelm Grimm.

Sanders, der sich zuerst um eine Zusammenarbeit mit den Brüdern Grimm bemüht hatte, wurde später zu einem anerkannten Kritiker des Grimm´schen Deutschen Wörterbuchs.

1877 ernannte der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz Daniel Sanders zum Professor.

 

Im Foyer der Landesbibliothek präsentieren wir einige seiner Werke sowie seinen Brief an den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Darüber hinaus führen wir im Bestand der Landesbibliothek eine Reihe seiner Publikationen wie etwa das „Fremdwörterbuch“ in zwei Bänden von 1891; auch Aufsätze und Biographien, etwa aus der Reihe der jüdischen Miniaturen, sind dort zu finden.

 

Der Brief von Daniel Sanders an den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz vom 14. April 1897 stammt aus der Sammlung der Einzelhandschriften der Landesbibliothek: Darin erörtert Sanders dem Großherzog Schreibweise, Herkunft und Bedeutung bestimmter althergebrachter, heute nahezu unbekannter Begriffe aus dem Bereich des Militärs.

Zwar leitet Sanders den Brief mit gewohnt untertänigen Worten ein und lässt ihn im gleichen Tenor enden. Doch fasst sich Sanders dabei bemerkenswert kurz. Ohne Umschweife kommt er zum Thema, das er ohne Einfügungen ehrenbezeichnender Floskeln an den Großherzog sehr ausführlich behandelt. Der Standesunterschied zwischen Briefautor und Adressat scheint an Bedeutung verloren zu haben. Der Brief stellt sich als Teil einer Korrespondenz zwischen einem anerkannten Sprachforscher und einem kenntnisreichen Interessenten dar.

Dieser Brief mag als Folge des ebenfalls wachsenden Liberalismus im 19. Jhd. gesehen werden, gleichzeitig darf er als Ausdruck eines besonderen persönlichen Verhältnisses zwischen beiden Männern gewertet werden.