Hommage an den Kontrabass

Wien gedenkt mit Handschrift aus Schwerin

„Musikland Österreich“. Marke und Kleinbogen zeigen einen Notentext aus Schwerin. Details anzeigen
„Musikland Österreich“. Marke und Kleinbogen zeigen einen Notentext aus Schwerin.
„Musikland Österreich“. Marke und Kleinbogen zeigen einen Notentext aus Schwerin.
„Musikland Österreich“. Marke und Kleinbogen zeigen einen Notentext aus Schwerin.
10.06.2020  | LB  | LAKD - Landesbibliothek

Zu den großen Virtuosen für Kontrabass des 18. Jh. gehört Johann Matthias Sperger (1750-1812). Inzwischen ist ihm und seinem Instrument eigens ein internationaler Musik-Wettbewerb gewidmet. Mit Beteiligungen aus Übersee und Asien wird er als nächstes 2022 in Rostock ausgetragen.

Mecklenburg-Vorpommern genießt als Gastland besten Ruf. Bereits Ende des 18. Jh. zog es Sperger und weitere namhafte Musiker hierher nach Ludwigslust an die Mecklenburg-Schweriner Hofkapelle. Aus Wien kommend, hatte Sperger zahlreiche Werke für Kontrabass im Gepäck. Weit über 200 Eigenkompositionen ergänzten Arbeiten bedeutender Zeitgenossen (wie Franz Anton Hoffmeister, Dittersdorf, Wenzel Pichl, Johann Baptist Vanhal und Anton Zimmermann).

Dieses Vermächtnis hinterließ Sperger 1812 dem Land. Die zumeist handschriftlichen Quellen befinden sich heute im Bestand der Landesbibliothek und gelten als wichtigste Überlieferung für Solokontrabass des 18. Jh.

Nun macht dieses Erbe als Briefmarke von sich reden. Österreich gedenkt seiner großen Musiktradition mit einer neuen Serie unter dem Titel "Musikland Österreich". Die geplanten Motive stellen jeweils ein Instrument und eine bedeutsame Komposition vor. Den Auftakt bildet aus der Landesbibliothek das Kontrabasskonzert Es-Dur Nr. 2 von Carl Ditters von Dittersdorf. Als Meisterwerk der Wiener Klassik zählt es heute zum festen Repertoire für Kontrabass.

Seine Überlieferung verdankt das Werk Johann Matthias Sperger, dessen Nachlass in Schwerin die einzige nachweisbare Quelle dieses und eines weiteren Konzertes von Dittersdorf enthält. So zeigt die im März emittierte Sondermarke eine Notenhandschrift aus der Landesbibliothek MV. Auch den zugehörigen Kleinbogen und Sonderstempel ziert als Faksimile die Solostimme für Kontrabass, beides in der Gestaltung von Kirsten Lubach.

Die in Deutschland geborene und ausgebildete Graveurin lebt heute in Wien. Sie arbeitete u.a. für die Österreichische Staatsdruckerei und ist seit 2012 selbständige Graveurmeisterin in Ihrem Wiener Atelier. Nun erreichte die Landesbibliothek von dort Post mit dem Ersttagsstempel "Musikland Österreich". "Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung", so schreibt Kirsten Lubach, "ohne die die Briefmarke bestimmt nicht so schön geworden wäre!" Ein Folder informiert zweisprachig über die neue Emission und deren kostbare Vorlage aus der Landesbibliothek in Schwerin.