Ins Bild gewachsen

Fotoausstellung zu Günther Uecker

Foto: Rolf Schroeter; ‚Entwicklung eines Werkes‘ (1981) Details anzeigen
Foto: Rolf Schroeter; ‚Entwicklung eines Werkes‘ (1981)
Foto: Rolf Schroeter; ‚Entwicklung eines Werkes‘ (1981)
Foto: Rolf Schroeter; ‚Entwicklung eines Werkes‘ (1981)
11.07.2022  | LB  | LAKD - Landesbibliothek

Unter dem Titel 'Günther Uecker im Porträt' zeigt die Landesbibliothek eine Auswahl von Bildnissen des Künstlers. Fast ausnahmslos handelt es sich um Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die über eine Zeitspanne von 50 Jahren entstanden sind.

"Damit mein Handeln ... ins Bild wachsen konnte", so Günther Uecker, "bedurfte es eines mich begleitenden Fotografen, der zur Symbiose mit mir bereit war". Ein früher Beleg dafür stammt aus dem Nachlass der Galeristin Denise Renée und zeigt den jungen Uecker 1963 beim Balancieren eines seiner Nagelobjekte, eines Stuhls der sogenannten 'Rasenmöbel'. Bildautor ist der Pariser Fotograf Pierre Vozlinsky. Das jüngste Zeugnis der kleinen Ausstellung ist eine Porträtfolge aus 2016, die der Rostocker Hans Pölkow in Heiligendamm schuf.

Zwischen diesen Eckdaten öffnen sich verschiedene fotografische Einblicke. Sie zeigen den Künstler in seinem Düsseldorfer Atelier, u.a. von Stefan Moses (1971) mit der Nagelhaut des 'New York-Tänzers', einer kinetischen Skulptur, oder von Erika Kiffl (1978) bei der Arbeit. Auch das bekannte Motiv von Bernd Jansen, für dessen Serie 'Künstler in Düsseldorf' (1968) Uecker einen nach seiner Körperlänge gefertigten Nagel auf das Dach des Atelierhauses trug, wird als Originalabzug unter Schutzglas gezeigt.

Andere Arbeiten ('Pomade Haarscharf' - ebenfalls von Jansen, 1980) entfernen sich bereits vom Sujet des Porträts. Horst Wackerbarth visualisiert sogar in einer der wenigen Farbfotografien den Meister mit Muse. Dargestellt wurde diese 1990 von der Kunstkritikerin Wibke von Bonin (bekannt durch die Fernsehserie '1000 Meisterwerke'). Eigentlicher Blickfang der Ausstellung ist jedoch ein markantes Motiv von Rolf Schroeter aus der Folge 'Entwicklung eines Werkes' (1981). "Aus der Arbeit heraus erstarrt man zur Pose", kommentiert Uecker.

Die Ausstellung in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen läuft bis zum 30. September 2022. Ein Besuch ist während der Öffnungszeiten der Landesbibliothek möglich. Der Eintritt ist frei.