Johann Matthias Sperger – Kontrabassist an der Hofkapelle unter Herzog Friedrich Franz I.

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03.04.2019  | LA  | LAKD - Landesarchiv

„Als Landeshauptarchiv dürfen Sie sehr stolz auf die in Ihrem Hause sorgsam aufbewahrten Originale aus seiner [Johann Matthias Sperger] Feder sein – Sie bewahren neben den Notenbeständen in der Musikalienabteilung einen wahren Schatz!!“ Diese Worte richtete Herr Professor Klaus Trumpf an unser Archiv verbunden mit der Bitte, einer Professoren- und Studentengruppe aus Graz die Möglichkeit einer persönlichen Inaugenscheinnahme der Originale zu verschaffen.

Klaus Trumpf, langjähriger Solokontrabassist an der Staatsoper Berlin, ist Hochschul-Kontrabass-Professor in Berlin, Saarbrücken, München und beschäftigt sich seit 1966 mit dem Leben und Werk von Johann Matthias Sperger, eines bedeutenden Kontrabassisten und Komponisten des 18. Jahrhunderts. Trumpf gründete die Internationale Johann-Matthias-Sperger-Gesellschaft e. V., die sich seit 2000 in einem Wettbewerb Spergers Kompositionen widmet und damit weltweit bekannt macht. Er hält Vorträge an Musikhochschulen in vielen Ländern (Amerika, Asien, Australien, Europa) und arbeitet aktuell an einer Sperger-Biographie.                                                                       

                                                                             

Wer war Johann Matthias Sperger? Geboren am 23. März 1750 in Feldsberg (damals Niederösterreich, heute Valtice, Tschechische Republik) wurde Johann Matthias Sperger in Wien zum Kontrabassisten und Komponisten ausgebildet. Er spielte zunächst in der Kapelle des Kardinals Batthyanyi. Ab 1778 war er Mitglied in der Wiener Tonkünstlersozietät, in deren Konzerten er mit eigenen Werken und als Solist auftrat.

Bei seinen Konzertreisen im In- und Ausland von 1786 bis 1789 bemühte er sich um eine feste Anstellung, unter anderem auch am preußischen Hof. Dort hörte ihn Carl Graf von Brühl (1772- 1837; General-Intendant der Königlichen Schauspiele in Berlin) und empfahl ihn mit Hilfe von Johann Friedrich Reichardt (1752- 1814; Komponist, Musikschriftsteller und -kritiker) dem regierenden Herzog zu Mecklenburg Friedrich Franz I. (ab 1815 Großherzog von Mecklenburg[-Schwerin]). Anfang April 1788 spielte Sperger in Ludwigslust vor, worauf sich Herzog Friedrich Franz I. entschloss, ihn für seine Hofkapelle zu engagieren. Nach der Rückkehr von einer Italienreise trat Sperger im Juni 1789 seinen Dienst als Kontrabassist in Ludwigslust an.

Sperger fand als Solist und Komponist große Anerkennung und wurde vom Herzog als einer seiner besten Virtuosen angesehen.

Johann Matthias Sperger starb am 13. Mai 1812 in Ludwigslust.

(Lit.: s. a. Clemens Meyer. Geschichte der Mecklenburg-Schweriner Hofkapelle. Schwerin 1913)

 

Alle genannten Lebensstationen werden in den überlieferten Aktenbeständen der u. a. für die Hofkapelle zuständigen Hofbehörden, insbesondere des Großherzoglichen Kabinetts und des Großherzoglichen Hofmarschallamts belegt.

 

Bei dem am 29. März 2019 stattgefundenen Besuch von Professor Klaus Trumpf mit 22 Musikern und „Sperger-Freunden“ aus Graz wurden die Dokumente gezeigt und fanden – wie erwartet - großes Interesse sowohl an den inhaltlichen musikalischen Aspekten als auch hinsichtlich ihres Umfangs, der Überlieferungsbildung und der archivarischen Bearbeitung.

 

Diese Stippvisite im Landeshauptarchiv Schwerin wird den österreichischen Gästen in bester Erinnerung bleiben und als Anregung für weiterführende Forschungen dienen. Professor Trumpf werden wir ganz sicher wieder als Benutzer begrüßen können. Auf seine Sperger-Biographie darf man gespannt sein.

 

Brigitta Steinbruch

3. April 2019

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