Geschichte

Verzeichnis der Landesgrenze mit Brandenburg zwischen dem Amt Feldberg und dem Amt Wredenhagen, 1556Details anzeigen
Verzeichnis der Landesgrenze mit Brandenburg zwischen dem Amt Feldberg und dem Amt Wredenhagen, 1556

Verzeichnis der Landesgrenze mit Brandenburg zwischen dem Amt Feldberg und dem Amt Wredenhagen, 1556

Verzeichnis der Landesgrenze mit Brandenburg zwischen dem Amt Feldberg und dem Amt Wredenhagen, 1556

Das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern kann an seinem Standort Schwerin auf eine lange Geschichte zurückblicken, die eng mit der staatlichen Entwicklung Mecklenburgs verbunden ist. Schon im 15. Jahrhundert ist ein Urkundenarchiv der mecklenburgischen Herzöge auf der Schweriner Burg nachweisbar. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden in den Residenzen in Schwerin und Güstrow besondere Kanzleiarchive, die, nach der letzten Hauptlandesteilung 1701 in Schwerin zusammengelegt, den Grundstock für das Hauptarchiv bildeten. Dieses in der einstigen Hofdornitz des Schweriner Schlosses untergebrachte Archiv wurde nach weiteren Zugängen 1779 mit dem „geheimen“ Urkundenarchiv zum Geheimen und Hauptarchiv des Herzogtums (ab 1815 Großherzogtums) Mecklenburg-Schwerin vereinigt.

Nach dem Umzug 1835 in das heute die Staatskanzlei beherbergende Kollegiengebäude verblasste langsam die juristische Funktion des Archivs und im Zeitalter des Historismus begann es sich der Geschichtsforschung zu öffnen. Diese Entwicklung war eng verknüpft mit der prägenden Gestalt Georg Christian Friedrich Lischs (1801-1883), der neben dem Geheimen und Hauptarchiv auch den Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde lenkte und leitete.

1909-1911 erhielt das Geheime und Hauptarchiv nach Plänen des Architekten Paul Ehmig unter der Leitung von Hermann Grotefend (1845-1931) ein neues Gebäude am Burgsee, das seit 2024 zum Schweriner UNESCO-Welterbe gehört. Mit dem Ende der mecklenburgischen Ständemonarchie 1918 kam bald auch die Übernahme des Archivs der Landstände aus Rostock. 1935 gelangte infolge der Zusammenlegung der beiden mecklenburgischen Freistaaten das bedeutende Hauptarchiv aus Neustrelitz nach Schwerin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die Sicherung und Rückführung ausgelagerter Bestände die vordringliche Aufgabe. Die Auflösung des Landes Mecklenburg und die Bildung der DDR-Nordbezirke hatte ab 1952 umfangreiche Aktenzugänge zur Folge, die die Einrichtung einer heute aufgelösten Außenstelle im Marstallgebäude in Ludwigslust bewirkten. Das Mecklenburgische Landeshauptarchiv – von 1965 bis 1990 hieß es Staatsarchiv Schwerin – war zuständig für die beiden Bezirke Schwerin und Neubrandenburg, während der Bezirk Rostock vom Staatsarchiv Greifswald betreut wurde.

Seit der Wiederbegründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern 1990 wurde der Archivbestand durch die Übernahme von Akten der aufgelösten Staats- und Wirtschaftsorgane sowie der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen umfangreich erweitert. Das Landesarchivgesetz von 1997 wies dem Schweriner Archiv als Landeshauptarchiv den Rang einer Landesoberbehörde zu, die für die archivische Überlieferung der obersten Landesbehörden und viele weitere Behörden und Gerichte auf einem Gebiet zuständig war, das in etwa das historische Mecklenburg abbildete.

2006 wurde das Landeshauptarchiv Schwerin als Behörde aufgelöst und in die Abteilung Landesarchiv des neu gegründeten Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege eingegliedert. Am Standort Schwerin führt das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern die Aufgaben des Landeshauptarchivs Schwerin fort. Bis auf das am Standort Greifswald verbleibende Historische Archiv Pommern (1159-1945) wird in Schwerin ab 2030 das gesamte staatliche Archivgut des Landes Mecklenburg-Vorpommern zusammengeführt und in einem neuen Depotgebäude verwahrt.