Ortsaktenarchiv

Im Ortsaktenarchiv werden alle Informationen über archäologische Funde und Fundstellen in Mecklenburg-Vorpommern gesammelt. Die Aktenbestände reichen teilweise bis weit ins 19. Jahrhundert zurück und umfassen zum Beispiel auch handschriftliche Aufzeichnungen von Georg Christian Friedrich Lisch und Robert Beltz.

Das Ortsaktenarchiv ist gemarkungsweise nach Fundplätzen geordnet. Eine typische Ortsakte enthält ein Vorsatzblatt mit einem Kartenausschnitt, in den alle Fundplätze eingetragen sind, ein Verzeichnis der Fundplätze und dann die Fundmeldungen, Besichtigungsprotokolle und sonstigen Informationen zu den einzelnen Fundplätzen.

Seit 2002 fließen die Informationen auch in ein Geographisches Informationssystem ("DenkmalGIS") ein, mit dem insbesondere die Informationen zu Lage und Ausdehnung der Bodendenkmale wesentlich leichter als bisher verwaltet werden können. Das DenkmalGIS bietet zudem eine Reihe von Abfragemöglichkeiten für wissenschaftliche Fragestellungen. Ein WMS-Dienst (Web Map Service) ermöglicht darüber hinaus seit 2008 die tagesaktuelle Bereitstellung von Denkmalflächen zu Verwaltungszwecken.

Um die Bearbeitung der Fundmeldungen zu erleichtern, steht den ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern seit 2006 ein Protokollmodul zur Verfügung, mit dem Fundmeldungen und Besichtigungsprotokolle auch elektronisch abgegeben werden können.

Der größte Teil der etwa 2000 Fundmeldungen, die jedes Jahr im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) eingehen, bezieht sich auf Funde, die bei Begehungen entdeckt wurden. Nach wie vor werden aber auch oberirdisch sichtbare Objekte gemeldet, bei denen die Vermutung besteht, dass es sich um Großsteingräber, Hügelgräber, Burgwälle und andere oberirdisch sichtbare Bodendenkmale handelt. Die Fachdezernenten des LAKD prüfen jeweils, ob die gemeldeten Funde und Objekte tatsächlich als Bodendenkmale zu bewerten sind und ob diese schon bekannt sind. Fundmeldungen zu bekannten Bodendenkmalen sind dabei keinesfalls wertlos, denn sie liefern oftmals neue Informationen über deren Art, Bedeutung, Erhaltungszustand und Ausdehnung.

In Besichtigungsprotokollen wird der aktuelle Zustand der Bodendenkmale beschrieben. Die Fachdezernenten prüfen jeweils, ob Handlungsbedarf besteht, weil beispielsweise Erscheinungsbild oder Substanz eines Bodendenkmals gefährdet sind.

Nach Bearbeitung durch die Fachdezernenten kommen alle Fundmeldungen und Besichtigungsprotokolle mit den zugehörigen Bearbeitungsvermerken in das Ortsaktenarchiv, wo sie in die Ortsakten eingearbeitet werden.

Zum Ortsaktenarchiv gehört auch die zentrale Anlage für Grabungsberichte und Grabungsdokumentationen. Sie enthält unter anderem Berichte über Grabungen, die vor 1990 vom Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin und vom Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie (ZIAGA) der Akademie der Wissenschaften der DDR durchgeführt wurden. Für den Zeitraum ab 1992 sind im Ortsaktenarchiv nahezu alle Berichte über die in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführten archäologischen Untersuchungen vorhanden. In dieser Vollständigkeit ist das Ortsaktenarchiv bundesweit nahezu einmalig.

Zusammen mit den im Archäologischen Archiv verwahrten Funden bilden die Grabungsberichte und Grabungsdokumentationen die Grundlage für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Allein in den letzten zehn Jahren wurden über 60 Themen für Bachelor-, Master-, Diplom- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen an Universitäten im gesamten Bundesgebiet vergeben. Hinzu kommen zahlreiche Fälle, in denen Bestände des Ortsaktenarchivs für heimatkundliche Forschungen, übergreifende universitäre Abschlussarbeiten und Habilitationsschriften ausgewertet wurden.

Ebenfalls zum Ortsaktenarchiv gehören die Luftbilder, die im Rahmen der Flugprospektion zur Erfassung der Bodendenkmale angefertigt wurden. Sie dokumentieren die Ausdehnung und Struktur der Fundstelle, aber auch den Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme, so dass spätere Veränderungen des Zustandes zeitlich eingegrenzt werden können.

Die Bestände des Ortsaktenarchives können von jedem benutzt werden, der ein berechtigtes Interesse nachweist. Einen Benutzerantrag finden Sie unter "Dokumente und Downloads". In jedem Fall ist eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich (Herr Bergmann). Bitte beachten Sie auch die Gebührenordnung des LAKD.

Kontakt

Ortsaktenarchiv
Thoralf Bergmann
Telefon: 0385-58879632
Postanschrift
Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern
Landesarchäologie
Postfach: 11 12 52
19011 Schwerin

Publikationen und Dokumente

Benutzerordnung Ortsakte
Benutzerantrag Ortsakte

Burgwall in 3D

Burgwall unter dem Schweriner Schloss in 3D: 3D-Aufnahme der Bauphase 965 oder kurz danach. (Interner Link: Slawischer Burgwall unter dem Schweriner Schloss) Details anzeigen
Burgwall unter dem Schweriner Schloss in 3D: 3D-Aufnahme der Bauphase 965 oder kurz danach. (Interner Link: Slawischer Burgwall unter dem Schweriner Schloss)

3D-Aufnahme der Bauphase 965 oder kurz danach.

Vor Ort

Infoboxgrafik Exkursionen: Mittelalterliche Burg (Ludorf, Landkreis Müritz) (Interner Link: Exkursionen zu archäologischen und historischen Denkmälern) Details anzeigen
Infoboxgrafik Exkursionen: Mittelalterliche Burg (Ludorf, Landkreis Müritz) (Interner Link: Exkursionen zu archäologischen und historischen Denkmälern)

Infoboxgrafik Exkursionen: Mittelalterliche Burg (Ludorf, Landkreis Müritz)

Ausgestellt

Vitrinen in der Ausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden (Interner Link: Archäologie in Museen und Ausstellungen) Details anzeigen
Vitrinen in der Ausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden (Interner Link: Archäologie in Museen und Ausstellungen)

Vitrinen in der Ausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden