Geschichte der Landesbibliographie

Kurzer historischer Überblick

Der Weg zur Mecklenburgischen Bibliographie

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Landesbibliothek Mkl-Bestand

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Friedrich Bachmann (1860-1947) veröffentlichte 1889 im Auftrag des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg eine bibliographische Zusammenstellung unter dem Titel „Die landeskundliche Literatur über die Grossherzogtümer Mecklenburg“. Dieses erste über 500 Druckseiten starke Sammelwerk der wissenschaftlichen, landeskundlichen Literatur gilt als erste große, gedruckte Landesbibliographie Mecklenburgs. Für die Erarbeitung dieses „Beitrag[es] zur Heimatkunde Mecklenburgs“, wie Bachmann in der Einleitung zu seinem Werk schrieb, benötigte er insgesamt fünf Jahre.

Über 10 Jahre Vorarbeit erforderte die dreibändige „Geschichtliche Bibliographie von Mecklenburg“, bis sie 1944 erscheinen konnte. Verfasst wurde sie von dem späteren Schweriner Bibliotheksdirektor Wilhelm Heeß (1892-1950). Sein Anspruch an das eigene Werk war es, die „geschichtliche Literatur über Mecklenburg von den Anfängen des Buchdrucks bis zum Jahre 1940 einschließlich“ zu veröffentlichen. Heeß fertigte das Werk im Auftrag der 1928 gegründeten Historischen Kommission für Mecklenburg an. Ein 1992 erschienener, von Gerhard Baarck (1909-1990) und Grete Grewolls (geb. 1946) bearbeiteter, Nachtragsband versammelt die bei Wilhelm Heeß fehlenden Titel bis zum Jahr 1944.

Der Schweriner Bibliothekar Gerhard Baarck begann 1965 mit der Herausgabe der seither jährlich erscheinenden „Mecklenburgischen Bibliographie“. Das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR hatte 1965 alle Landesbibliotheken mit der Herausgabe von Regionalbibliographien beauftragt. Erfasst wurde in der Mecklenburgischen Bibliographie die Literatur für die drei Nordbezirke der DDR: Schwerin, Rostock und Neubrandenburg. Damit begann die regelmäßige Erschließung regionalen Schrifttums, welches bereits zum Sammelauftrag der Landesbibliothek gehörte.
Seit 1977 wurde Gerhard Baarck von der Fachreferentin für Regionalkunde, Grete Grewolls bei der Erarbeitung der Mecklenburgischen Bibliographie unterstützt. Von 1980 an war sie die alleinige Bearbeiterin der gedruckten Bibliographie.

Daneben erarbeitete Baarck die Mecklenburgische Bibliographie / Berichtsjahr 1945-1964, womit die Lücke zwischen Heeß‘ Geschichtlicher Bibliographie von Mecklenburg und den 1965 beginnenden Jahresbänden der Mecklenburgischen Bibliographie geschlossen wurde. Zusätzlich schuf Gerhard Baarck mit seiner Naturkundlichen Bibliographie / Berichtsjahr 1899-1945 auch den Anschluss an Bachmanns landeskundliche Literatur über die Grossherzogtümer Mecklenburg. Die Naturkundliche Bibliographie endet mit dem Berichtsjahr 1945, weil die Mecklenburgische Bibliographie landeskundliche Literatur in Gänze verzeichnete, also nicht wie Heeß nur geschichtliche sondern auch naturkundliche Titel.

Die Entstehung der Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern

Mit dem Ende der DDR und der Neugründung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten der Bundesrepublik änderte sich nicht nur der Name der Bibliographie in „Mecklenburg-Vorpommersche Bibliographie“. Durch die Neugründung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1990 veränderten sich auch die Grenzen und damit das Erfassungsgebiet der Landesbibliographie.
Nicht mehr dabei seit 1990: Amt Neuhaus, Kreis Perleberg, Kreis Prenzlau, Kreis Templin.

Der Name „Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern“ wurde erst im Jahr 2006 vergeben und entstand parallel zur Einrichtung der Domain: www.landesbibliographie-mv.de.

Der letzte gedruckte Band der Landesbibliographie für das Berichtsjahr 1996 erschien im Jahr 2001. Bereits seit 1995 wird die Landesbibliographie als PICA-Datenbank im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) geführt und ist seit 2002 auch als eigene Präsentation im elektronischen Bibliothekskatalog (OPAC) der Landesbibliothek verfügbar. Gefundene Literatur kann seither über einen Link im OPAC direkt bestellt werden.

Die Landesbibliographie arbeitet unter der ISIL der Landesbibliothek und erschließt sämtliche Nachweise auf lokaler Ebene mit Hilfe von Notationen (siehe Systematik) und lokalen Schlagworten.

Die Bestandsnachweise in der Landesbibliographie betreffen ausschließlich den Bestand der Landesbibliothek M-V. Für anderweitigen Bestand muss eine Suche im überregionalen Onlinekatalog GVK erfolgen.