Schönberger Schülerinnen und Schüler forschen zur regionalen Geschichte im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin

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Abb.: Schülerinnen und Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums Schönberg bei der Aktenrecherche im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin
Abb.: Schülerinnen und Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums Schönberg bei der Aktenrecherche im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin
Abb.: Schülerinnen und Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums Schönberg bei der Aktenrecherche im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin
20.05.2025  | LA  | LAKD - Landesarchiv

Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen des Ernst-Barlach-Gymnasiums Schönberg verschrieben sich zu Beginn des laufenden Schuljahres einem ambitionierten Projekt. Mit Blick auf den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges nahmen sie sich im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts-Kurses Regionale Geschichte vor, die in die Jahre gekommenen Informationstafeln am Sowjetischen Friedhof in Schönberg neu zu gestalten und mit zusätzlichen Informationen zu ergänzen. Im Lauf des Schuljahres recherchierten sie dafür bereits im Volkskundemuseum Schönberg und arbeiteten mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen. Da dabei noch Fragen offen blieben bzw. neue hinzukamen, wandte sich die Kursleiterin Astrid Golla an das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin.

Schnell war geklärt, dass die archivische Überlieferung grundsätzlich auch Schülern zu Recherchezwecken zur Verfügung steht, die entsprechende Arbeit jedoch vor Ort zu leisten ist. Ähnlich schnell begeisterte sich Frau Golla dafür, dass ihr Projektkurs im Archiv an den originalen Quellen arbeitet. Sie nahm, da sich die für die Bearbeitung der Thematik zu konsultierende Überlieferung als recht umfangreich erwies, bereits in einem Vorab-Termin Akteneinsicht. Derart vorbereitet kam die Lehrerin mit fünf Schülerinnen und Schülern am 13. Mai 2025 für einen Nachmittag nach Schwerin in das Archiv, um in das Abenteuer Archivalienrecherche zu starten.

Ein Abenteuer war es durchaus, handelte es sich zum einen doch um einen ungewohnt neuen Zugang zur regionalen Geschichte und zum anderen um eine Fülle von Informationen, die es einigermaßen zu bändigen galt. Ein Arbeitsschwerpunkt lag auf dem Abgleich von Namenlisten, die der Volksbund zur Verfügung gestellt hatte, mit denen, die sich im Archivgut befanden. Dabei staunten die Schülerinnen und Schüler über die Transkription deutscher Namen in kyrillische Buchstaben und umgekehrt. Vor allem aber stellten sie differierende Angaben über die Anzahl der Grabstellen auf dem Schönberger Ehrenfriedhof fest, über die sie sich im Nachgang noch Gedanken machen müssen. Geradezu überwältigt zeigten sich die Jugendlichen von der Überlieferung zu einem zweiten Kursthema, nämlich der Geschichte des Bahnhofes Schönberg um 1945. Hier beeindruckte insbesondere eine Fülle von Planzeichnungen einschließlich der dahinterstehenden Planungsakribie. Darüber hinaus kamen sie einem (Eisenbahn-)Verkehrsunfall auf die Spur, der gleichfalls noch detaillierter analysiert werden soll. Insofern, auch das eine Erkenntnis, bedarf eine archivische Quellenrecherche immer auch noch der Nachbereitung, um zu präsentablen Ergebnissen zu kommen. Dafür ist den Kursteilnehmern alles Gute und viel Erfolg zu wünschen, den sie jedoch gewiss haben werden.

 

Dr. Matthias Manke