banned books – Eröffnung der Wanderausstellung im Foyer der Landesbibliothek, 17.02., 19:00 Uhr
Die Bücher der banned books haben eine Gemeinsamkeit: Sie wurden aus US-amerikanischen Bibliotheken verbannt - Comics zur Geschlechteridentität, politische Texte, aber auch Klassiker der Literatur und Wörterbücher. 2024 dokumentierte die American Library Association (ALA) 2.452 verbannte Titel. Seit 2021 hat PEN America fast 23.000 Bücherverbote in öffentlichen Schulen der USA dokumentiert. Die Präsentation der Wanderausstellung bietet eine Auswahl dieser Bücher zum Durchblättern und erzählt die Geschichten hinter den Debatten.
„Diese Zensur wird von Gruppen mit konservativen Standpunkten vorangetrieben – und hat sich auf fast alle Bundesstaaten ausgeweitet“, so der PEN America. „Sie richtet sich vor allem gegen Bücher über Rassismus oder Bücher, in denen Menschen mit anderer Hautfarbe und LGBTQ+-Personen sowie entsprechende Themen vorkommen, sowie gegen Bücher für ältere Leser, die sexuelle Anspielungen enthalten oder über sexuelle Gewalt aufklären.“ Den book ban haben in den vergangenen Jahren viele Bücher erreicht: Klassiker wie Charles Darwins ‚On the Origin of Species‘, Anne Franks ‚Tagebücher‘, moderne Literatur wie Margaret Atwoods ‚The Handmaid’s Tale‘ oder Haruki Murakamis ‚Kafka on the Shore‘. Auch Literatur von Minderheiten und der Bürgerrechtsbewegung wurden aus Schul-, Stadt- und Hochschulbibliotheken entfernt, so James Baldwins ‚Go Tell It on the Mountain‘ oder Roxanne Dunbar-Ortiz ‚An Indigenous Peoples History of the United States‘. Literatur zur sexuellen Orientierung wie Maia Kobabes ‚Gender Queer‘ oder Alex Ginos ‚George‘ wurden auf Druck einzelner Interessenvertretungen ebenso aus den Regalen genommen wie Art Spiegelmans Graphic-Novel-Klassiker ‚Maus‘ oder J. K. Rowlings ‚Harry Potter‘. In der Buchausstellung blättern Sie eigenständig durch die Seiten der Romane, Streitschriften, Studien, Graphic Novels, Kinder- und Wörterbücher und gewinnen so einen Eindruck davon, was eine Gesellschaft verliert, wenn Bücher zensiert werden.
Bücherverbote berühren zentrale Fragen einer demokratischen Gesellschaft. Wir laden Sie ein, die Bücher selbst in die Hand zu nehmen, sich eine eigene Meinung zu bilden und ins Gespräch zu kommen – über Meinungsfreiheit und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft.
Die Wanderausstellung ist eine Kooperation der Landesbibliothek MV mit dem Landesverband MV im Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und wird in den kommenden Monaten in verschiedenen Bibliotheken und Kultureinrichtungen des Landes zu sehen sein.
PROGRAMM DER ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG
BEGRÜßUNG
Dr. Ramona Dornbusch, Direktorin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege
GRUßWORT
Staatssekretärin Susanne Bowen, Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten
GRUßWORT
Silvio Witt, Vorsitzender des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Deutschen Bibliotheksverband (dbv)
DIE AMBIVALENZ DER BANNED BOOKS – EINFÜHRUNGSIMPULS
Matthias Wehry, Leitung Abteilung Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege
IM ANSCHLUSS
UMTRUNK, DISKUSSION UND BLÄTTERN IN DEN BANNED BOOKS
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Vor Ort stehen Parkplätze zur Verfügung. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht notwendig.
Der dbv-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern ist die Interessenvertretung der Bibliotheken des Landes. Er ist Träger der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken und damit Impulsgeber nicht nur für politische Diskussionen, sondern auch für die fachlichen Belange. Dabei setzt sich der Verband dafür ein, die Rolle der Bibliotheken in Gesellschaft und Politik zu stärken und macht deren Bedeutung in Kultur, Bildung und Wissenschaft und ihre Funktion für eine demokratische Gesellschaft sichtbar. Der Landesverband formuliert bibliothekspolitische Forderungen, nimmt sich grundsätzlicher Sachfragen an und bezieht Position zu aktuellen Entwicklungen. Zweck des dbv-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern ist die Förderung von Kultur, Bildung und Wissenschaft durch aktive und unmittelbare Förderung des Bibliothekswesens und der Information im Interesse der Allgemeinheit. Besonderes Augenmerk liegt auf der Kooperation aller Bibliotheken und bibliothekarischen Einrichtungen, der Bibliotheks- und Informationswissenschaft auf Landesebene, dem Bundesverband sowie den bibliothekarischen Berufsverbänden.
Die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker geht auf die 1779 gegründete Herzogliche Regierungsbibliothek zurück und verwahrt als kritische Infrastruktur bedeutende historische Bestände sowie einen großen Bestand an Werken aus und zu Mecklenburg-Vorpommern. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesbibliothek in Schwerin gesetzlich damit beauftragt, die aktuellen Druckwerke des Landes zu sammeln, zu erschließen und für die Zukunft zu archivieren. Laut Landesgesetz und Verordnung über die Ablieferung von Druckwerken sind alle Druckerzeugnisse, die in Mecklenburg-Vorpommern verlegt werden, binnen eines Monats nach Erscheinen kostenfrei an die Landesbibliothek abzuliefern. Titel über Mecklenburg-Vorpommern, die außerhalb des Bundeslandes erscheinen, erwirbt die Landesbibliothek. Die Landesbibliothek ist eine Abteilung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. Der Altbau ihres Standortes an der Johannes-Stelling-Straße ist heute Teil des Schweriner UNESCO-Welterbe-Ensembles.