Aus der Musiksammlung erklingt: Friedrich von Flotow: Ouverture zur Oper „Johann Albrecht“

Brustporträt von Friedrich von Flotow, Orig. Lithografie, um 1850, in Privatbesitz Details anzeigen
Brustporträt von Friedrich von Flotow, Orig. Lithografie, um 1850, in Privatbesitz
Brustporträt von Friedrich von Flotow, Orig. Lithografie, um 1850, in Privatbesitz
Brustporträt von Friedrich von Flotow, Orig. Lithografie, um 1850, in Privatbesitz
20.05.2026  | LB  | LAKD - Landesbibliothek

Anlässlich des UNESCO-Welterbetags wird am 6. Juni 2026 die Ouverture von Friedrich von Flotows Oper „Johann Albrecht“ wiederaufgeführt – zum ersten Mal seit über 160 Jahren. Es spielt die Mecklenburgische Staatskapelle unter Leitung von Hartmut Haenchen. Grundlage für die Aufführung ist das Schweriner Uraufführungsmaterial, das sich heute im Besitz der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern befindet.

Die Oper „Johann Albrecht“ hat Flotow zur Einweihung des neuen Schweriner Schlosses im Jahr 1857 komponiert. Gekleidet in eine Liebesgeschichte, eine Verschwörung und eine Warn- und Rettungsgeschichte, verhandeln Flotow und sein Librettist Eduard Hobein in der Oper nichts weniger als das Verhältnis von Individuum, Gesellschaft, Staat und Religion.

Während Flotows Opern „Martha“ und „Stradella“ bereits zu Lebzeiten des Komponisten weltweit gespielt wurden, ist „Johann Albrecht“ niemals außerhalb Mecklenburgs erklungen und bereits im Jahr nach der Uraufführung aus dem Spielplan verschwunden.

Einzig die Ouverture ist wenig später noch einmal aufgeführt worden, am 6. Januar 1864 von der K. u. K. Hof-Musik-Capelle in Wien. Hier hat Flotow als Komponist große Erfolge gefeiert und 1862 – nach Niederlegung seines Amtes als Intendant des Großherzoglichen Hoftheaters Schwerin – seinen Wohnsitz genommen.

Auch in Wien wurde aus dem Schweriner Uraufführungsmaterial musiziert. Das Wissen darüber verdanken wir einzig den Wiener Posaunisten Franz Pöckh und August Turek. Sie haben ihre Namen sowie Ort und Datum des Konzerts mit Bleistift in den Schweriner Noten vermerkt.

Dr. Miriam Roner