Verschwundene Verlage der DDR – Buchvorstellung am 24.06. ab 19 Uhr in der Landesbibliothek
In Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft
Verlag Friedrich Bahn, der Mecklenburger Verlag, der Loef Verlag oder der Petermänken Verlag – zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 noch mehr als 200 Editionshäuser eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker und Pirckheimer-Freund Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen.
Am 24. Juni stellt Christoph Links sein Buch "Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 - 1990)" ab 19 Uhr in der Landesbibliothek vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle. Till Schröder, Herausgeber der "Marginalien - Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie" und stellvertretender Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, diskutiert mit. Die Landesbibliothek zeigt an diesem Abend ausgewählte Bestände aus verschwundenen Verlagen.
Im Anschluss findet ein Umtrunk statt.
Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei.
Die Pirckheimer-Gesellschaft wurde 1956 in Berlin von „Buchmenschen“ wie Wieland Herzfelde, Arnold Zweig und Werner Klemke gegründet. Sie vereint heute rund 600 Kulturinteressierte aus Deutschland und dem Ausland, insbesondere Bibliophile, Graphik- und Exlibris-Sammler. Namenspatron ist der Nürnberger Humanist und Büchersammler Willibald Pirckheimer (1470-1530). Viermal jährlich gibt die Pirckheimer-Gesellschaft mit den "Marginalien" die einzige regelmäßig erscheinende bibliophile Zeitschrift in Deutschland heraus. Vor Ort ist die Gesellschaft mit ihren Regionalgruppen aktiv. Neben dem Sammeln und Bewahren des „alten Buches“ pflegen und unterstützen die Pirckheimer moderne Buchkunst und Graphik und arbeiten mit jungen Buchgestaltern und Künstlern zusammen.
Die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker geht auf die 1779 gegründete Herzogliche Regierungsbibliothek zurück und verwahrt als kritische Infrastruktur bedeutende historische Bestände sowie einen großen Bestand an Werken aus und zu Mecklenburg-Vorpommern. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesbibliothek in Schwerin gesetzlich damit beauftragt, die aktuellen Druckwerke des Landes zu sammeln, zu erschließen und für die Zukunft zu archivieren. Laut Landesgesetz und Verordnung über die Ablieferung von Druckwerken sind alle Druckerzeugnisse, die in Mecklenburg-Vorpommern verlegt werden, binnen eines Monats nach Erscheinen kostenfrei an die Landesbibliothek abzuliefern. Titel über Mecklenburg-Vorpommern, die außerhalb des Bundeslandes erscheinen, erwirbt die Landesbibliothek. Die Landesbibliothek ist eine Abteilung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. Der Altbau ihres Standortes an der Johannes-Stelling-Straße ist heute Teil des Schweriner UNESCO-Welterbe-Ensembles.