"Der Humorist und Satiriker Adolf Glaßbrenner (1810–1876) in Mecklenburg-Strelitz" – Vortrag von Dr. Bernd Schattinger am 23.09. um 19 Uhr in der Landesbibliothek
Die Landesbibliothek erinnert aus Anlass seines 150. Todestages an den Schriftsteller und Demokraten Adolf Glaßbrenner (1810–1876). Der Schweriner Fachbibliothekar Dr. Bernd Schattinger nimmt die Zuhörer in einem reich bebilderten Vortrag mit auf eine Reise in das Mecklenburg-Strelitz der Jahre 1840 bis 1850.
Der durch seine literarischen Figuren des Guckkästners, des Eckenstehers Nante und des Pensionärs Buffey bekannte Lyriker und Satiriker schuf im Strelitzischen „Exil“ den Gedichtband „Verbotene Lieder“ (1844) und das Tierepos „Neuer Reineke Fuchs“ (1846). Beide wurden, wie fast alle seine Werke, umgehend deutschlandweit verboten. Glaßbrenner übte als „Zille des Wortes“ gekonnt mit spitzer Feder vor allem Kritik an Monarchie, Adelsherrschaft, Militär und Ämterbürokratie. Ein kürzlich entdecktes Redemanuskript, gehalten im Jahr 1847 im Gewerbeverein Neustrelitz, rückt Glaßbrenner in ein neues Licht. Als Vorstandsmitglied des Reformvereins Neustrelitz gehörte er zu den politischen Reformern, die für bürgerliche Freiheitsrechte, eine parlamentarische Demokratie und die Einheit Deutschlands eintraten. Infolge seiner politischen Tätigkeit, insbesondere als Redner auf Volksversammlungen, wurde Glaßbrenner 1850 aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz ausgewiesen.
Die neuen Erkenntnisse zu Glaßbrenner und damit zur Demokratiegeschichte in Mecklenburg-Strelitz hat Bernd Schattinger in der Schriftenreihe des Regionalmuseums Neubrandenburg (Nr. 63) publiziert. Am 23.09.2026 spricht er ab 19 Uhr in der Landesbibliothek. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.