Historische Personalschriften (Leichenpredigten)

Leichenpredigten haben ihren besonderen Platz im Mecklenburgica-Bestand der Landesbibliothek. Die umfangreiche Sammlung besteht aus Personalschriften aller Art, sowohl über adlige als auch bürgerliche Familien Mecklenburgs. Es handelt sich um Gelegenheitsdrucke verschiedener Formate, die zumeist nicht gebunden und nur von geringem Umfang sind. Zusammengeschnürt zu Konvoluten überdauerten sie viele Generationen.

Im Bestand zur mecklenburgischen Genealogie befinden sich 2565 Titel, einige von ihnen gehen zurück bis ins 16. Jh. Diese Zahl speist sich aus einer umfangreichen Sammlung von Funeralschriften (i.d.R. Grabreden). Ihr größerer Teil ist alphabetisch nach Familiennamen geordnet und zu insgesamt 30 Kapseln zusammengefasst worden. Annähernd zu gleichen Teilen stammen diese Leichenpredigten (mit jeweils 1150 Titeln) aus dem 17. und 18. Jh. Dabei überwiegen im 17. Jh. mit 742 die lateinischen Titel gegenüber 422 in deutscher Sprache. Im 18. Jh. stehen den 255 lateinischen Titeln 892 in deutscher Sprache gegenüber. In der Sammlung sind den Leichenpredigten häufig auch Glückwunschreden, Trauer- sowie Hochzeitsgedichte und Ähnliches beigegeben. Dadurch gewinnt diese Sammlung an Wert für Familienforscher und Historiker.

Leichenpredigten sowie Gedenkreden auf regierende Fürsten und ihre Gemahlinnen sind nicht Teil dieser Personalschriften, sondern in der Gruppe Mecklenburgische Geschichte (Mkl f) der jeweiligen Dynastie zugeordnet.