Schmidtsche Bibliothek

Die von dem Juristen Johann Peter Schmidt (1708-1790) zusammengetragene Bibliothek umfasst 150 Bände mit insgesamt nahezu 6000 Drucken und Handschriften. Sie diente ihm offenbar als Handbibliothek während seiner Tätigkeit als hoher Verwaltungsbeamter der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin.

Ihren Ausdruck findet diese Widmung insbesondere in handschriftlichen Anmerkungen und Kommentaren, die zugleich von außergewöhnlicher Vertrautheit mit den Verhältnissen des Landes zeugen. Namentlich bei grundlegenden Rechtstexten - wie etwa dem Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich von 1755, an dessen Entstehung Johann Peter Schmidt maßgeblichen Anteil hatte - sind die Drucke zuweilen sogar mit zusätzlichen Leerseiten durchschossen, um Platz für Schmidts Erläuterungen und Kommentare zu schaffen.

Von den insgesamt 150 Bänden wurden bis zum Jahresende 1999 bereits 34 Bände mit 2039 Drucken bzw. Handschriften erfasst. Zusammen mit einschlägigen Einzeldrucken aus dem Hauptbestand der Mecklenburgischen Landesbibliothek ergänzen diese erschlossenen Teile die in den Ditmarschen Sammlungen befindlichen Amtsschriften (Verordnungen, Patente, Reskripte usw.), so dass ein Gesamtüberblick über die mecklenburgische Verordnungspraxis von 1500 bis 1850 gegeben werden kann.

Äußerst hilfreich erwies sich dabei das Corpus Constitutionum Meclenburgicarum. Unter dieser Bezeichnung hatte Johann Peter Schmidt bereits um 1770 in zwölf Bänden mehr als 1400 mecklenburgische Verordnungen (in systematischer Anordnung) binden lassen und durch einen gesonderten Registerband (Schmidt 131) erschlossen. Seine Absicht richtete sich schon damals auf eine vollständige Sammlung aller bis zu seinen Lebzeiten ergangenen Verordnungen. Seine einleitenden Bemerkungen zu Beginn des Registerbandes (Schmidt 131) machen dies deutlich.

Andere Schwerpunkte innerhalb der Schmidtschen Bibliothek sind:

  • Geschichte und Rechtsquellen der Universität Rostock (darunter beispielsweise die gesammelten Programmata 1600-1766)
  • Geschichte und Rechtsquellen der mecklenburgischen Städte, namentlich der Stadt Rostock
  • Mecklenburgische Geschichte, insbesondere Kirchengeschichte
  • Lebensbeschreibungen von Personen mit besonderer Bedeutung für Mecklenburg - namentlich Quellen zur Biographie der mecklenburgischen Regenten.