Mit bestem Dank zum Tag der Deutschen Einheit. Ein Geschenk des Mecklenburger Münzkontors

Archivalie des Monats Oktober 2024

Abb. 1: Entwurf einer Medaille zum ersten Raketenstart in Peenemünde am 3. Oktober 1942. Die Vorderseite zeigt die Insel Usedom, wobei die Städte Peenemünde und Wolgast (Kreisstadt des Landkreises) markiert sind. Darüber der Greif, das pommersche WappentierDetails anzeigen
Abb. 1: Entwurf einer Medaille zum ersten Raketenstart in Peenemünde am 3. Oktober 1942. Die Vorderseite zeigt die Insel Usedom, wobei die Städte Peenemünde und Wolgast (Kreisstadt des Landkreises) markiert sind. Darüber der Greif, das pommersche Wappentier

Abb. 1: Entwurf einer Medaille zum ersten Raketenstart in Peenemünde am 3. Oktober 1942. Die Vorderseite zeigt die Insel Usedom, wobei die Städte Peenemünde und Wolgast (Kreisstadt des Landkreises) markiert sind. Darüber der Greif, das pommersche Wappentier

Abb. 1: Entwurf einer Medaille zum ersten Raketenstart in Peenemünde am 3. Oktober 1942. Die Vorderseite zeigt die Insel Usedom, wobei die Städte Peenemünde und Wolgast (Kreisstadt des Landkreises) markiert sind. Darüber der Greif, das pommersche Wappentier

41 Jahre lang war Deutschland gespalten: in Ost und West, in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Erst mit dem Einigungsvertrag von 1990 trat die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland bei – Deutschland wurde wiedervereinigt. In Erinnerung an die Wiedervereinigung begehen wir seither am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit.

Der offizielle Festakt findet traditionell in der Landeshauptstadt des Bundeslandes statt, welches dem Bundesrat voransteht. Dieses Jahr finden die Feierlichkeiten zum dritten Mal nach 1992 und 2007 in Mecklenburg-Vorpommern statt. Eine gute Gelegenheit, nicht nur „vereint zu feiern“, sondern auch die Vielfalt im eigenen Bundesland, die Vereine, Verbände und Unternehmen des Landes vorzustellen sowie Kontakte zu knüpfen.

Das galt bereits 1992, als das 1990 in Neubrandenburg gegründete „Mecklenburger Münzkontor Klaus Hierse“ am Tag der Deutschen Einheit in Mecklenburg-Vorpommern teilnahm. Ursprünglich plante das Mecklenburger Münzkontor eine eigene silberne Medaille zum Tag der Deutschen Einheit zu prägen. Diese sollte den Bundesadler, das kleine Landeswappen Mecklenburg-Vorpommerns, das Datum sowie das Logo der Veranstaltung enthalten und allen offiziellen Teilnehmenden als Geschenk überreicht werden. Diese ursprüngliche Idee, alle Teilnehmenden mit einer eigens angefertigten Medaille zu beschenken, musste jedoch aus finanziellen Erwägungen verworfen werden.

Dennoch präsentierte sich das Mecklenburger Münzkontor am 3. Oktober 1992 mit einem Info- und Verkaufsstand auf dem Schlachtermarkt in Schwerin mit zahlreichen aktuellen Projekten und Medaillen, welche in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern und der „Württembergischen Münzprägeanstalt Dr. Ising GmbH“ entstanden waren. Unter anderem gestaltete das Mecklenburger Münzkontor eine Medaille zum ersten geglückten Raketenstart in Peenemünde (Abb. 1). Am 3. Oktober 1942, genau 50 Jahre zuvor, gelang es in Peenemünde erstmals, eine unbemannte Testrakete ins Weltall zu schießen.

Die Peenemünde-Medaille, welche im Auftrag des Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde entstand, sollte eigentlich auch bei der Jubiläumsfeier „50 Jahre 1. Raketenstart“ verschenkt und verkauft werden. Diese Jubiläumsfeier sorgte jedoch national wie international für Kritik, da besagte Rakete in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde in Zwangsarbeit gebaut und wenige Jahre später als „V2“ im 2. Weltkrieg eingesetzt wurde. Infolge dieser Kritik wurde die offizielle Jubiläumsfeier in Peenemünde abgesagt.

Der Tag der Deutschen Einheit im Jahr 1992 schien, zumindest aus Sicht des Mecklenburger Münzkontors, ein voller Erfolg gewesen zu sein. So schrieb der Firmengründer dem Finanzministerium einen mehrseitigen Dankesbrief, in welchem er sich für die Anregung zur Teilnahme und Unterstützung bedankt und ausführlich seine Eindrücke der Feierlichkeiten beschreibt: Das Fest sei großartig gewesen. Er habe einige „eventuell wichtige Kontakte“ unter anderem zur Stiftung Mecklenburg in Ratzeburg knüpfen können und Spitzenpolitiker sowohl aus Mecklenburg-Vorpommern als auch der Bundesrepublik getroffen. Es sei nur bedauerlich, dass er und seine Familie nicht mehr von dem gebotenen vielfältigen Programm sowie von anderen Veranstaltungen und Ereignissen mitbekommen haben. Zu groß sei der Andrang am Stand des Mecklenburger Münzkontors gewesen. Vor allen Dingen für die Rügen-Medaille (Abb. 2-3) bekam das Kontor vielfach Anfragen. Im Nachgang zum Tag der Deutschen Einheit erhielt das Münzkontor zahlreiche Aufträge, unter anderem für die Gestaltung und Herausgabe der offiziellen Medaille zum 1000-jährigen Bestehen Mecklenburgs im Jahr 1995, eine Medaille zum 200-jährigen Bestehen des ersten deutschen Seebads in Heiligendamm und eine Medaille für das Kloster und die Klosterkirche Dobbertin, welche im folgenden Jahr erscheinen sollte.

Das Geschäft lief infolge der Teilnahme am Tag der Deutschen Einheit 1992 für das Mecklenburger Münzkontor derart gut, dass der Firmengründer beschloss, sein Unternehmen mehr und mehr „auf eine professionelle Basis zu stellen“ und nach einem passenden Grundstück in und um Neubrandenburg zu suchen.

Als kleines Präsent legte das Mecklenburger Münzkontor seinem Dankesbrief besagte Rügen-Medaille bei. „Mit bestem Dank für die Unterstützung der Teilnahme und erfolgreiche Zusammenarbeit um und nach dem Tag der Deutschen Einheit.“

Malin Hase

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