El Comandante in Pütnitz - Die sowjetische Start- und Landebahn im Spiegel der Staatsbesuche

Denkmal des Monats April 2026

Abb. 6. Bogendeckungen (so genannte Shelter) an der deutschen Start- und Landebahn, 2024.Details anzeigen
Abb. 6. Bogendeckungen (so genannte Shelter) an der deutschen Start- und Landebahn, 2024.

Abb. 6. Bogendeckungen (so genannte Shelter) an der deutschen Start- und Landebahn, 2024.

Abb. 6. Bogendeckungen (so genannte Shelter) an der deutschen Start- und Landebahn, 2024.

Die sowjetische Start- und Landebahn ist als Einzeldenkmal innerhalb der Sachgesamtheit „Deutscher See- und Landfliegerhorst sowie sowjetisches Aerodrom Pütnitz“ in die Denkmalliste des Landkreises Vorpommern-Rügen eingetragen. Sie bildet das Herzstück des sowjetischen Aerodroms, zu dem der 1936-1945 bestehende deutsche See- und Landfliegerhorst für die GSSD (Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) umgebaut wurde. Im Rahmen der angestrebten touristischen Nutzung soll die Bahn umgestaltet, in ihrer Substanz reduziert und klimatisch angepasst werden. Aus diesem Grund sei an ihre wenig bekannte außermilitärische Bedeutung erinnert, die sie auch hatte.

Die sowjetische Start- und Landebahn liegt südlich und parallel zur Flugplatzallee, die das weiträumige ehem. Militärareal von der östlichen Saaler Chaussee bis zum westlichen Hafen der Halbinsel Pütnitz erschließt (Abb. 1-3). Sie entstand 1952, noch bevor die Sowjetarmee den ehem. See- und Landfliegerhorst bezog. Sie erstreckte sich in einer Länge von 2.250 m und wurde in den 1960er Jahren mehrfach erweitert. Materiell besteht die Start- und Landebahn aus einzelnen, vor Ort gegossenen Betonplatten, deren formgebende Schalbretter nach Entfernung mit elastischem Teer ausgegossen, die bestehenden Kreuzfugen bilden (Abb. 4-5). Ihre Belebtheit aus der Vogelperspektive rührt aus dieser handwerklichen Fertigung, die die Platten in den Maßen von 3,4 - 3,6 Meter Breite und 2,6 - 4,9 Meter Länge bei 20 cm Höhe aufweisen.1

Mit dem Bau der sowjetischen Start- und Landebahn, Ringrollbahn, Rollbahn und -gassen, Vorstartlinie und Stellflächen wurde aus dem ehem. Fliegerhorst mit einer Piste das sowjetische Aerodrom mit zwei Start- und Landebahnen sowie militärischer Flugdienstinfrastruktur (Abb. 6-9). Mit der letzten Erweiterung auf 2.600 Meter Länge bei einer Breite von 60 Metern und 25 t Tragfähigkeit wurde es zu einem Flugplatz 1. Klasse heraufgestuft.

In der DDR war das insgesamt ca. 650 ha große Militärareal des ehem. See- und Landfliegerhorstes Pütnitz so geheim, dass Flugfeld sowie Start- und Landebahnen in Karten gar nicht auftauchten (Abb. 10-11). Das Geheimnisvolle, das diesen Ort und dessen bauliche Zeugnisse noch heute umgibt, ist seine bis heute authentische Struktur, die im Rahmen der Orts-, Landes- und der Weltgeschichte seine einstige Bedeutung widerspiegelt.2

Militärflugplatz für Staatsgäste

Abb. 12. Geländeskizze des sowjetischen Aerodroms mit Route für die Staatsbesuche.Details anzeigen
Abb. 12. Geländeskizze des sowjetischen Aerodroms mit Route für die Staatsbesuche.

Abb. 12. Geländeskizze des sowjetischen Aerodroms mit Route für die Staatsbesuche.

Abb. 12. Geländeskizze des sowjetischen Aerodroms mit Route für die Staatsbesuche.

Neben der militärischen Nutzung gab es im Norden der Republik noch eine Besonderheit. Trotz Geheimhaltung und Auslöschung aus topografischen Karten, diente der Militärflugplatz in Pütnitz in mindestens zwei Fällen als Empfangsflugplatz für Staatsgäste im Bezirk Rostock: Für den Besuch von Fidel Castro und der kubanischen Partei- und Regierungsdelegation in der Zeit vom 16. – 18. Juni 1972 und für die Delegation aus der ČSSR unter Leitung des Slowaken und Chefs der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, Gustáv Husák vom 20. – 22. September 1972.

Der Besuch Fidel Castros und seiner 14-köpfigen Delegation, die insgesamt acht Tage in der DDR und Städten wie Berlin, Halle, Dresden und Rostock weilten, fand elf Jahre nach der Invasion in der Schweinebucht statt und gilt als späte Antwort auf den Besuch J.F. Kennedys in Westberlin.3 Wie dieser besuchte auch Castro die innerdeutsche Grenze in Berlin-Treptow. Zu den Begleitern der Delegation gehörten Werner Lamberz, der als Nachfolger Erich Honeckers galt und 1978 bei einem Flugzeugunglück in Libyen ums Leben kam, Georg Stibi, der Chefredakteur des Neuen Deutschland und stellvertretende Außenminister und Joachim Naumann, der Botschafter der DDR in Kuba u.a.

Gustáv Husák besuchte mehrfach die DDR, so auch 1972, vier Jahre nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, dem die Rückabwicklung marktwirtschaftlicher Reformen und die zentralistische Planwirtschaft folgten. Die Regierung unter Gustav Husák versuchte, die Bevölkerung durch eine verbesserte Versorgungslage und den Ausbau der Sozialpolitik zu gewinnen.

Beide Besuche riefen die Staatssicherheit auf den Plan. Für den Besuch der kubanischen Delegation wurde der Einsatzstab „Comandante“ gebildet. Für den tschechoslowakischen Besuch gab es einen Einsatzbefehl, der teilweise über 100 Sicherheitskräfte auf den einzelnen Strecken einteilte und als Rahmen festsetzte: „Am 20.9.1972 um 18:30 Uhr wird der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der ČSSR, Genosse Gustáv Husák in Begleitung einer Partei- und Regierungsdelegation auf dem Flugplatz der Sowjetarmee in Pütnitz mit einer Sondermaschine landen und am 22.9.1972 auf gleichem Wege wieder verlassen.“4

Im Bundesarchiv für Stasiunterlagen befinden sich Akten, die das Protokoll beider Staatsbesuche minutiös dokumentieren.5 Dabei war der Besuch der kubanischen Delegation in jeder Hinsicht der aufwendigere, während der von Husák, der zu einem Arbeitsbesuch im Norden der DDR weilte und an der landwirtschaftlichen Produktion interessiert war, vergleichsweise sparsam ablief.

Überraschend sind die den Akten beigefügten Skizzen „Flugplatz Pütnitz“ (Abb. 12-13) und „Sonderskizze“. Dabei handelt es sich nicht um präzises, für Staatsbesuche erwartbares Kartenmaterial, sondern um grobe, mit Hand durchgezeichnete Skizzen ohne Maßstab. Lediglich eine kreisförmige Markierung auf der Hauptskizze und der bezeichnete „Bunker“ auf der Detaildarstellung zeigen an, dass es sich bei der Stellfläche für die fahnengeschmückte Tribüne und den Regierungsflieger um den westlichen Bereich der Start- und Landebahn handelt. Im Vergleich mit amerikanischen Satellitenaufnahmen, die 1966 – 1969 teilweise durch lichte Wolkenschichten hindurch eine detailgenaue Kenntnis des Militärflugplatzes und dessen Infrastruktur dokumentieren, scheint aus heutiger Sicht mitten im Kalten Krieg die Diskrepanz zwischen den technischen Möglichkeiten einerseits und den handskizzierten Orientierungsplänen andererseits elementar.

Die Skizze der Fahrtroute zeigt ein mit Stacheldraht umzäuntes Gelände, das im Westen und Süden an die Ribnitzer See grenzt und nur die Verkehrsinfrastruktur ohne Gebäude zeigt. Einziger Orientierungspunkt ist das Oval des Sportplatzes. Weder sind die ehem. Fliegerhorstsiedlungen nördlich der Flugplatzallee noch die großen Seehallen im Westen dargestellt, nicht einmal das Fliegerdenkmal sowjetischer Gardeflieger direkt an der Route. Stattdessen sind schematische Umrisse von Betonwegen mit Flugplatzallee, deutscher und sowjetischer Start- und Landebahn, Haupt- und Ringrollbahn sowie Rollwegen zu sehen. Statt auf präzises kartographisches Material setzte man auf Manpower. Die Streckenführung durch das Militärgelände sicherten sowjetische Verkehrsregler der Garnison.

Fidels Empfang

Abb. 13. Sonderskizze mit Ausgestaltung des Flugplatzes Pütnitz für den Staatsbesuch.Details anzeigen
Abb. 13. Sonderskizze mit Ausgestaltung des Flugplatzes Pütnitz für den Staatsbesuch.

Abb. 13. Sonderskizze mit Ausgestaltung des Flugplatzes Pütnitz für den Staatsbesuch.

Abb. 13. Sonderskizze mit Ausgestaltung des Flugplatzes Pütnitz für den Staatsbesuch.

Ende Mai 1972 stand der „Maßnahmeplan zur Sicherung eines würdigen Empfangs des Genossen Fidel Castro im Kreis Ribnitz-Damgarten“ mit strenger Terminierung bis zum Besuch fest. Er umfasste neben der „Politisch-ideologischen Vorbereitung“ auch „Maßnahmen zur Ausschmückung der Kreisstadt und zur Mobilisierung der Werktätigen“.6 Zum einen wurden die Grundorganisationen des Kreises darauf vorbereitet, „die wachsende Zusammenarbeit des sozialistischen Lagers und die Rolle Kubas im lateinamerikanischen Raum zu behandeln“, gleichzeitig hatten die Parteileitungen die einheitliche massenpolitische Arbeit der Gewerkschaften, FDJ, GST u.a. Organisationen […] zu sichern“. In den Monaten Juni und Juli 1972 sollte die Gesellschaft Urania verstärkt ihre Referenten einsetzen, um vor Brigaden, Arbeitskollektiven, Einwohnerversammlungen u.a. Veranstaltungen die positive Entwicklung der Republik Kuba und des südamerikanischen Kontinents darzulegen. In den Schulen sollte der Besuch Fidel Castros in den Unterricht sowie in FDJ- und Pionierversammlungen einbezogen werden. Die Ostsee-Zeitung sollte „rechtzeitig und zielgerichtet“ informieren und darauf hinweisen, „an welchen Punkten der Streckenführung sich die Werktätigen der einzelnen Betriebe treffen, wo Kapellen und Singegruppen eingesetzt werden.“7

Nach dem Empfang auf dem Flugplatz Pütnitz durch den Fanfarenzug der EOS Barth war die weitere Protokollstrecke musikalisch durchgetaktet mit dem Orchester „Ostseetrans“, der Singegruppe der EOS Ribnitz an der Abzweigung Freudenberg – Marlow, mit dem Fanfarenzug der Friedrich-Engels-Oberschule auf dem Weg bis zum Markt, mit dem Pionierblasorchester der Juri-Gagarin-Oberschule Ribnitz an der Auffahrt zum Markt, dem Fanfarenzug des VEB Faserplattenwerks an der Kreuzung Körkwitzer Weg und schließlich mit dem Fanfarenzug der Semlower Oberschule in Altheide auf dem Weg nach Rostock.

Im Detail bot der Besuch Fidel Castros organisatorisch einige Überraschungen: Der Fremdsprachendienst Intertext Rostock war für die spanische Übersetzung verantwortlich und über die Schiffsversorgung Rostock wurden mindestens 20 kubanische Staatsflaggen beschafft. Außerdem sollten 10.000 Fähnchen und 2000 Luftballons bis 10.6.1972 zur Verfügung stehen und Amateur- und Berufsfotografen der Kreisstadt am 16.6.1972 auf die Konzentrationspunkte der Durchfahrtstraße verteilt werden, „um die Stimmung vom Empfang des Genossen Castro durch die Ribnitzer Bevölkerung festzuhalten“.8 Diese Aufnahmen plante man Fidel Castro in einem Album bei seinem Rückflug zu überreichen.

Zu den Stationen Fidel Castros, nachdem er am 16. Juni 1972 um 21:00 Uhr auf dem Flugplatz in Pütnitz gelandet war, gehörte das gerade fertig gestellte Hotel „Neptun“ in Warnemünde, das als Flaggschiff der Moderne und des sozialistischen Luxus der ganze Stolz der DDR im Norden war und im Focus des Ministeriums für Staatssicherheit stand. Offizieller Höhepunkt seines Besuchs im Norden war die Großkundgebung auf dem Ernst-Thälmann-Platz in Rostock am 17. Juni um 11:00 Uhr, wo den Kubanern ein nicht nur staatlich verordneter herzlicher Empfang bereitet wurde.9 Um 12:40 Uhr sollte eine dreistündige Ostseerundfahrt auf der MS „Ostseeland I“ vom Alten Stadthafen aus starten. Am Abend war eine Jagd in Born geplant. Am nächsten Tag, den 18. Juni 1972, stand um 11:00 Uhr der Besuch des Marinestützpunkts der 4. Flottille Hohe Düne auf der Agenda, wo dem Comandante Minenräumboote vorgeführt wurden.10 Um 13:30 Uhr war das nächste Ziel das Forschungszentrum für Tierproduktion Dummerstorf wo nur ein sehr kurzer Aufenthalt eingeplant war. Schon eine Stunde später wurden die Lateinamerikaner in der Garnison erwartet, wo das Pionierblasorchester Ribnitz-Damgarten zum Abschluss Beethovens „Yorkscher Marsch“ spielte. Es folgte die Meldung der Pioniere und die Überreichung des Erinnerungsgeschenks: ein Bilderalbum über die Ankunft in Ribnitz-Damgarten, ein Thälmannbild mit Widmung und ein Pionierhalstuch mit Pionierabzeichen. Ca. 21.00 Uhr startete der Regierungsflieger von der sowjetischen Start- und Landebahn in Pütnitz Richtung Berlin.

Der Besuch Gustáv Husáks

Abb. 9. Tower mit Dienstgebäude am östlichen Flugfeld in Resten der Camouflage-Farbfassung, 2024.Details anzeigen
Abb. 9. Tower mit Dienstgebäude am östlichen Flugfeld in Resten der Camouflage-Farbfassung, 2024.

Abb. 9. Tower mit Dienstgebäude am östlichen Flugfeld in Resten der Camouflage-Farbfassung, 2024.

Abb. 9. Tower mit Dienstgebäude am östlichen Flugfeld in Resten der Camouflage-Farbfassung, 2024.

Fünf Tage vor dem Besuch der tschechoslowakischen Partei- und Regierungsdelegation charakterisierte die Kreisdienststelle (KD) Ribnitz-Damgarten den Flugplatz Pütnitz als „einen modernen Flugplatz der Sowjetarmee, auf dem sämtliche Flugzeugtypen starten und landen können. Das Objekt spielt eine bedeutende Rolle im Rahmen des Warschauer Vertrages und hat in diesem Zusammenhang bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Gegenwärtig sind hier vorwiegend moderne Allwetterabfangjäger stationiert. Außerdem befindet sich im Objekt der Divisionsstab der 16. Gardeluftdivision.“11

Für die innere Absicherung war die sowjetische Militärabwehr verantwortlich und im Objekt eine stationierte Operativgruppe. Die Flugzeugeinsatzplanung sah vier Flugzeuge des Typs TU 134 (TU 134 DM-SCF, TU 134A DM-SCL, TU 134A DM-SCK und TU 134A DM-SCE) vor, die im Viertelstundentakt zwischen 17:45 und 18:10 Uhr auf den Flugplatz Pütnitz landen sollten. Die Tupolew TU 134 die bis zu 80 Personen Platz bot, wurde zu diesem Besuch etwa nur zur Hälfte mit Voraustruppe, Presse, Mitgliedern des Politbüros und Gästen belegt.

Am 20.9.1972 sollte die Sondermaschine mit der kubanischen Delegation und der Ehrenbegleitung auf dem Flugplatz Pütnitz ankommen, wo sie durch Harry Tisch, der damals Kandidat des Politbüros und SED-Spitzenfunktionär in Rostock war, und Willi Marlow, dem Vorsitzenden des Rates des Bezirkes Rostock, begrüßt werden. Wieder ist der Fanfarenzug der EOS Barth im Begrüßungszeremoniell fest eingeplant, ebenso wie 15 Leninpioniere und 15 Thälmannpioniere, die Blumen überreichen. Durch ein Spalier von Angehörigen der sowjetischen Garnison gelangen die Gäste zu den Fahrzeugen.

Auch die tschechoslowakische Delegation und Gustáv Husák wohnen während ihres Aufenthaltes im Bezirk Rostock im Hotel „Neptun“, wo sie vom damaligen Oberbürgermeister der Stadt Rostock Heinz Koch und Wilhelm Ehm, dem Chef der Volksmarine und stellvertretenden Verteidigungsminister bei einem Abendessen im Seemannskrug des Hotels empfangen wurden. Für 21:00 Uhr war der „Beginn eines gemütlichen Abends mit Unterhaltungsprogramm maritimen Charakters“ in der Bar des Hotels vorgesehen.

Am 21. September 1972 besuchte Husák am Vormittag den Marinestützpunkt der 4. Flottille Hohe Düne, worauf wieder eine Ostseerundfahrt folgte, die diesmal jedoch nur eine Stunde dauern sollte. Am Nachmittag ging es zum VEG Zingst, wo Direktor Malzahn die Gäste aus dem Nachbarland im Kälberaufzuchtzentrum Dierhagen begrüßte. Die zweistündige Besichtigung der Anlage mit Informationen zur Betriebsstruktur und zu Problemen der Entwicklung des VEG umfasste Stationen wie das Meliorationsobjekt und das Neulandgebiet “Werre“, die Jungrinderaufzuchtanlage Born sowie das Trockenwerk „Sundische Wiese“. Eine Jagd wie bei Fidel Castro stand nicht auf dem Plan.

Im Hotel „Neptun“ hatte Harry Tisch um 20:30 Uhr in den von Inge Jastram gestalteten Bernsteinsaal zu einem abschließenden gemeinsamen Abendessen geladen, bei dem ein Gastgeschenk überreicht wurde. Discothek und kleine Bar wurden aus diesem Anlass freigehalten. Am nächsten Tag hob der Regierungsflieger nach Verabschiedung der Gäste wieder von Pütnitz in Richtung Berlin ab.

Beide Staatsbesuche wurden von Presseteams begleitet, die zwar Stationen der Reise bildlich dokumentiert haben, insbesondere die Kundgebung in Rostock, nicht aber die Ankunft auf dem Flugplatz Pütnitz. War man beim ersten Besuch bezüglich des Fotografierens lt. Protokoll noch unentschieden, wurde für den zweiten Staatsbesuch durch den Kommandeur der Einheit mehrmals darauf hingewiesen, dass auf dem Flugplatz absolutes Fotografierverbot bestehe. So sind Bildzeugnisse vom Militärflugplatz Pütnitz sehr rar und die Fotografen, die die Staatsbesuche auf Pütnitz dokumentierten, waren Angehörige der dort stationierten Truppen.

Silke Dähmlow

Fußnoten

1 Gemessen wurde eine Fläche von 12 x 12 Platten am östlichen Ende der Bahn, nahe des Towers.

2 Vgl. Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 und was davon übrig blieb, Bd. 5 Mecklenburg-Vorpommern, Zweibrücken 2006, Lutz Freundt, Stefan Büttner: Rote Plätze, Russische Militärflugplätze, Deutschland 1945-1994, Fliegerhorste, Aerodrome, Militärbrachen, Aerolit 2007, Edwin Sternkiker: Der Flughafen Pütnitz unter Hakenkreuz und Sowjetstern 1935 bis 1994, Rostock 2014.

3 Vgl. Luis Báez: Als Fidel Castro in Berlin Basketball spielte und über die Ostsee fuhr, in: https://amerika21.de/analyse/165318/fidel-castro-ddr-besuch-1972, abgerufen 26.03.2026

4 BArch MfS BV Rostock, Leiter der BV Nr. 215, Einsatzbefehl, Kreisdienststelle Ribnitz-Damgarten, 15. 09.1972, BSTU 0051

5 BArch MfS BV Rostock, Leiter der BV Nr. 214 - Kubanische Delegation in Rostock (1972) und Leiter der BV Nr. 215 Regierungsdelegation aus der CSSR in Rostock (1972)

6 Ebd. BSTU 0107 – 0121, Kreisleitung Ribnitz-Damgarten der SED, 29.5.72.

7 Ebd., Plan für den Aufenthalt einer Partei- und Regierungsdelegation aus Kuba unter der Leitung des 1. Sekretärs der Kommunistischen Partei Kubas, Gen. Fidel Castro, im Bezirk Rostock in der Zeit vom 16.6. – 18.6.1972, BSTU 0098-0099

8 Ebd. BSTU 0120. Die Einweisung der Fotografen und die Zusammenstellung erfolgt durch den Rat des Kreises Abt. Kultur.

9 Zur Großkundgebung siehe auch: Sebastian Eichler: „Die Schranken des Protokolls durchbrochen“. Fidel Castro im Juni 1972 in Rostock, in: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern, 28. Jg., Heft ½ 2024, S. 138-141.

10 Vgl. Báez, Anm. 3

11 BStU Archiv der Außenstelle Rostock, BSTU0056, Kreisdienststelle Ribnitz-Damgarten, Auskunftsbericht, 15.9.1972

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